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Futures-Basis

Die Futures-Basis misst eine offengelegte Differenz zwischen Future- und Spotpreis. Cyclepedia nutzt b = F − S; Vorzeichen, Cashreferenz, Fair Value, Laufzeit und Kosten müssen vor jeder Deutung feststehen.

Für wen dieser Artikel gedacht ist — Für alle, die Future und Spot vergleichen, eine Absicherung beurteilen, Contango und Backwardation lesen oder einen Roll analysieren. Eine Basis ist nur mit Formel, Laufzeit und Cashreferenz aussagekräftig.

Die Futures-Basis ist die Differenz zwischen dem Preis einer bestimmten Futurelaufzeit und einem definierten Spot- oder Cashpreis. Cyclepedia verwendet in diesem Artikel durchgehend:

b = F − S

F ist der Preis der angegebenen Futurelaufzeit, S der zeitgleiche Spotpreis in derselben Einheit. Mit dieser Konvention bedeutet b > 0, dass der Future über Spot liegt; b < 0, dass er darunter liegt.

Die Konvention ist nicht universell. Das CFTC-Glossar definiert die Basis bei Rohstoffen häufig als Cash minus Futures:

häufige CFTC-Basis = S − F = −b Cyclepedia

Zwei Analysen können denselben Markt mit entgegengesetzten Vorzeichen beschreiben. Vor Aussagen wie „die Basis steigt“ müssen Formel, Future, Spotquelle, Timestamp, Währung, Qualität und Ort feststehen.

Einfach gesagt — „Die Basis beträgt +3“ ist unvollständig. Bei Cyclepedia heißt es: Diese Laufzeit notiert drei Einheiten über der genannten Spotreferenz. Mit Cash minus Futures lautet derselbe Wert −3.

Futures-Basis ohne Vorzeichenfehler Future, Spot, Fair Value und Konvergenz sind klar bezeichnet. Cyclepedia-Konvention b = F − S; andere Quellen können das Vorzeichen umkehren. Futures-Basis ohne Vorzeichenfehler Future, Spot, Fair Value und Konvergenz sind klar bezeichnet Cyclepedia-Konvention b = F − S; andere Quellen können das Vorzeichen umkehren. 1 Gross Basis Beobachtete Differenz F − S für dieselbe Zeit,Einheit und Referenz. 2 Fair Basis Theoretische Differenz aus einem offengelegtenCarry-Modell. 3 Basisrisiko Cash- und Futureexponierung können sich währendeiner Absicherung entkoppeln. 4 Konvergenz Der Kontrakt nähert sich seiner definiertenSettlementreferenz, nicht jeder Spotserie. Cyclepedia · Lernschema, weder Marktquote noch Handelsempfehlung
Beobachtete Basis, theoretischer Carry, Laufzeitspread und Roll Yield sind verschiedene Größen und bleiben getrennt.

Vor der Rechnung: F und S vergleichbar machen

Feld Warum es zählt
Future Ticker, Monat und Jahr bestimmen die genaue Laufzeit.
Spot oder Cash Index, Auktion, physischer Preis, ETF und andere Proxys sind nicht gleichwertig.
Zeit Nicht gleichzeitige Quotes können eine künstliche Basis erzeugen.
Einheit und Währung Indexpunkte, Tonnen, Bushel, Barrels und Wechselkurse müssen übereinstimmen.
Qualität und Ort Güteklasse und Lieferpunkt verändern die Rohstoffbeziehung.
Marktzustand Veraltete Preise, Limits oder geschlossene Sitzungen mindern die Vergleichbarkeit.

Vorzeichenbeispiel. Für F = 103 und S = 100 meldet Cyclepedia b = +3. Cash minus Futures ergibt −3. Keine Variante zeigt allein Arbitrage oder Prognose; beide beschreiben dieselbe Differenz in anderer Richtung.


Gross Basis, Fair Basis und Net Basis

Damit „Basis“ nicht drei Gegenstände bezeichnet, gelten hier folgende Arbeitsbegriffe. Sie sind nicht universell; Datensatz und Formel müssen die Definition bewahren.

1. Beobachtete Gross Basis

b_gross = F − S

Dies ist die direkt beobachtete Differenz. Sie enthält erwarteten Carry und weitere in Preisen enthaltene Wirkungen: Finanzierung, Erträge, Lagerung, Angebot und Nachfrage, Beschränkungen, Lieferoptionen und mögliche Fehlbewertungen.

2. Modellbasierte Fair Basis

Zuerst wird ein theoretischer Futurepreis F* geschätzt:

b_fair = F* − S

Für einen Aktienindex mit konsistentem Zinssatz r, erwartetem Dividend Yield q und Zeit bis Verfall τ lautet ein vereinfachtes Modell:

F* = S × e^((r − q) × τ)

Für lagerfähige Rohstoffe kann eine didaktische Darstellung Lager- und Versicherungskosten u sowie Convenience Yield y ergänzen:

F* = S × e^((r + u − y) × τ)

Diese Formeln gelten nicht für jeden Kontrakt. Diskrete Dividenden, laufzeitspezifische Zinsen, Sicherheiten, Steuern, Qualität, Ort, nicht finanzierbare Kosten, Short-Beschränkungen und unbeobachtbare Inputs verlangen ein passendes Modell.

3. Net Basis oder Fair-Value-Abweichung

Cyclepedia bezeichnet hier die Abweichung des beobachteten Futures vom gewählten Fair Value als Net Basis:

b_net = F − F* = b_gross − b_fair

Der Wert ist modellabhängig und kein sicherer Gewinn. Transaktionskosten, tatsächliche Finanzierung, unsichere Dividenden, Bilanzgrenzen und Ausführungsrisiken können ein Nichtarbitrageband um F* erzeugen.

Prüfbares Beispiel. Ein Spotindex steht bei 5.000; r = 4 %, q = 1,5 % und τ = 0,25 Jahre bei stetiger Verzinsung ohne Friktionen. Der faire Future ist 5.000 × e^((0,04 − 0,015) × 0,25) ≈ 5.031,35. Notiert der beobachtete Future bei 5.036, beträgt die Gross Basis +36, die Fair Basis etwa +31,35 und die Net Basis etwa +4,65 Punkte. Das misst die Abweichung vom angenommenen Modell, keine Handelsempfehlung.


Calendar Spread und Basispunkt sind keine Future-Spot-Basis

Ein Calendar Spread vergleicht zwei Futures derselben Familie mit verschiedenen Laufzeiten. Mit offengelegter Richtung:

Laufzeitspread = F(fern) − F(nah)

Spot kommt nicht vor. Der Spread beschreibt die Kurvenform und kann positiv, negativ oder je Segment unterschiedlich sein. Contango oder Backwardation verlangen daher die Angabe der verglichenen Punkte und prognostizieren nicht die Marktrichtung.

Ein Basispunkt ist dagegen eine Einheit für Zins- oder Renditeänderungen: 1 bp = 0,01 % = 0,0001 dezimal. 25 Basispunkte sind 0,25 Prozentpunkte. Der ähnliche Name macht aus der Future-Spot-Differenz keine Basispunktmessung.


Basisrisiko einer Absicherung

Basisrisiko bedeutet, dass sich die Beziehung zwischen Cash-Exponierung und Future während der Absicherung unerwartet verändert. Ursachen sind unter anderem nicht passende Laufzeit, nur korrelierter Basiswert, Güteklasse, Ort, Währung, Handelszeiten, Settlementformel oder nicht exakt passende Menge.

Bei einer idealisierten Short-Hedge mit einer Cash-Einheit und passend dimensioniertem Future gilt vor Kosten:

ΔCash + Short-Future-P&L = ΔS − ΔF = −Δb

Beispiel. Zu Beginn sind S₀ = 100, F₀ = 103, also b₀ = 3. Beim Schließen sind S₁ = 94, F₁ = 95, also b₁ = 1. Der Cashwert verliert 6, der Short-Future gewinnt 8; zusammen +2, gleich −Δb = −(1 − 3). Bei abweichenden Mengen, Multiplikatoren oder Vermögenswerten sind tatsächliche Hedge Ratios erforderlich.

Die Absicherung reduziert ein gewähltes Risiko, ersetzt es teilweise aber durch Basis-, Margin-, Liquiditäts- und operatives Risiko. Historische Stabilität garantiert keine Stabilität im Stress.


Konvergenz ist bedingt

Lieferstruktur oder Cash-Settlement-Formel verbinden den Future mit dem Referenzmarkt. Gegen Verfall tendieren Arbitrage und Abwicklung dazu, die mit dieser Referenz konsistente Differenz zu verringern. „Future und Spot konvergieren“ heißt nicht, dass jede Spotserie in jedem Augenblick identisch werden muss.

Bei physischer Lieferung zählen lieferbares Gut, Par-Punkt, Qualität, Ort und Zeit. Knappheit, Engpässe oder unpassende Differenziale können die normale Konvergenz stören. Cash-settled Kontrakte konvergieren zur definierten finalen Referenz, nicht zwingend zu einem ETF, Retailpreis oder anderen Intraday-Index.


Basis, Roll und Roll Yield

Beim Roll wird eine Laufzeit geschlossen und eine spätere eröffnet. Der andere Preis verändert den Einstiegspunkt und bei gleicher Kontraktzahl möglicherweise den Nominalwert; er ist nicht automatisch ein Sofortverlust.

Getrennt bleiben Ausführungskosten aus Bid-Ask, Provisionen, Slippage und Leg-Risiko; der beobachtete Calendar Spread zum Rollzeitpunkt; und der Roll Yield, der aus der Entwicklung der Position entlang der Kurve und der Methode zur Aufrechterhaltung der Exponierung entsteht.

Bei einer Long-Strategie mit fortlaufendem Roll wird Contango unter sonst gleichen Bedingungen häufig mit negativem und Backwardation mit positivem Roll Yield verbunden. „Häufig“ ist nicht „immer“: Kurvenform, Spotbewegung, gewählter Punkt, Gewichtung, Sicherheiten und Rollkalender verändern das Ergebnis.

Checkliste für eine Basisangabe

  1. Formel und Vorzeichenkonvention nennen.
  2. Future, Laufzeit und Spot-/Cashquelle bestimmen.
  3. Timestamp, Währung, Einheit, Qualität und Ort ausrichten.
  4. Gross, Fair und Net Basis mit Formeln unterscheiden.
  5. Calendar Spread und Basispunkt nicht Basis nennen.
  6. Bei Absicherung Basisänderung und Hedge Ratio messen.
  7. Beim Roll Ausführungskosten und Roll Yield trennen.
  8. Konvergenz auf die vertragliche Referenz beziehen.

Quellen


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