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Futures-Roll: Mechanik, Laufzeit und Kosten

Ein Futures-Roll schließt eine Position in einer Laufzeit und eröffnet sie in einer anderen. Die Exponierung bleibt nur erhalten, wenn Richtung, Menge, Multiplikator und Risiko neu kalibriert werden; Kurvenspread, Ausführungskosten und Roll Yield sind verschieden.

Der Roll eines Futures verbindet zwei Geschäfte: Die Position in der aktuellen Laufzeit wird geschlossen oder verrechnet, und in einer späteren Laufzeit wird eine neue Position eröffnet. Der alte Kontrakt wird weder verlängert noch automatisch mit identischem Risiko übertragen. Der neue Future hat eigenen Preis, eigene Restlaufzeit, Liquidität, Basis und Abwicklung. Für dasselbe wirtschaftliche Ziel ist die Exponierung deshalb neu zu kalibrieren.

Einfach gesagt — September zu verkaufen und Dezember zu kaufen kann eine Long-Exponierung im selben Markt fortsetzen. Beide bleiben aber getrennte Kontrakte. Ihre Preisdifferenz ist nicht allein ein Sofortverlust; sie ist vom P&L beider Legs, den Ausführungskosten und der später verdienten Rendite zu trennen.

Futures-Roll in zwei Legs Glattstellung und Neueröffnung ersetzen den Kontrakt, nicht automatisch das Risiko. Long-Beispiel; beim Short kehren sich die Handelsrichtungen um. Futures-Roll in zwei Legs Glattstellung und Neueröffnung ersetzen den Kontrakt, nicht automatisch das Risiko Long-Beispiel; beim Short kehren sich die Handelsrichtungen um. 1 M1 schließen Den gehaltenen Kontrakt in derselben Laufzeit durchOffset beenden. 2 M2 eröffnen Eine gewählte spätere Laufzeit zum neuenAusführungspreis eröffnen. 3 Neu kalibrieren Kontraktzahl nach Nominalwert oder gewünschterSensitivität bestimmen. 4 Kosten trennen Bid-Ask, Provisionen und Slippage sind nicht RollYield. Cyclepedia · Lernschema, weder Marktquote noch Handelsempfehlung
Ein Roll besteht aus zwei Legs und einer neuen Exponierung. Laufzeit, Menge, Spread, Liquidität und Kontraktregeln werden getrennt geprüft.

Was in den beiden Legs geschieht

Für eine Long-Position im Future M1 bedeutet ein Roll nach M2 gewöhnlich:

  1. M1 verkaufen und damit den bestehenden Long glattstellen;
  2. M2 kaufen und damit den neuen Long eröffnen.

Bei einer Short-Position sind die Richtungen umgekehrt. Die Ziellaufzeit muss nicht der unmittelbar nächste Monat sein; Mandat, Index oder Strategie können einen weiter entfernten Kontrakt vorsehen. Die Legs lassen sich einzeln oder als am Handelsplatz quotierter Calendar Spread ausführen. Eine Spreadorder kann das Kursrisiko zwischen den Legs reduzieren, beseitigt aber weder Bid-Ask-Spread, Slippage, Provisionen noch Teilausführungen.

Die CFTC verwendet „roll-over“ auch für das Verschieben eines Legs eines Spreads zwischen Monaten. Jede operative Beschreibung muss deshalb Ausgangsposition, geschlossenen und eröffneten Kontrakt, Richtung und Menge nennen.


Ähnliche Exponierung bedeutet nicht dieselbe Menge

Besitzen beide Kontrakte denselben Multiplikator, hält dieselbe Kontraktzahl ungefähr die Sensitivität je Punkt konstant. Sie garantiert nicht denselben Nominalwert, weil sich der Preis ändert. Bei anderem Multiplikator, anderer Währung, Spezifikation oder Risikovorgabe ist das bloße Kopieren der Menge noch weniger geeignet.

Für einen linearen Future lautet eine erste Schätzung:

Nominalwert = Preis × Multiplikator × Kontraktzahl

Für einen Zielnominalwert N* ist die theoretische neue Menge:

q₂ = N* / (Preis M2 × Multiplikator M2)

Handelbare Mengen müssen auf ganze Kontrakte gerundet werden. Ein Mandat nach Volatilität, Duration, DV01 oder Beta muss stattdessen diese Sensitivität angleichen. Keine Methode garantiert gleiche Reaktion von M1 und M2: Die Kurve kann ihre Form verändern, und die Laufzeiten können unterschiedliche Treiber besitzen.


Wann gerollt wird

Es gibt keinen universellen Rolltag. Die Wahl kann abhängen von letztem Handelstag, First Notice Day und Lieferkalender; dem Übergang von Volumen und Open Interest in die neue Laufzeit; Spread, Tiefe und quotierter Menge beider Legs oder des Calendar Spreads; veröffentlichten Index- oder Fondsregeln; Vorgaben von Broker, Clearingmitglied oder Mandat; sowie dem zu erhaltenden Risiko und verfügbaren Ausführungsfenster.

Der Front Month ist nicht immer der liquideste Kontrakt. Der First Notice Day gilt zudem nur bei Verträgen und Lieferverfahren, die ihn vorsehen, nicht pauschal für cash-settled Futures. Futures- Verfall und -Abwicklung trennt diese Termine.


Kurvenspread und operative Kosten

Angenommen, M1 notiert bei 100 und M2 gleichzeitig bei 103. Der Calendar Spread M2 − M1 beträgt 3. Für einen Long, der M1 verkauft und M2 kauft, beschreibt dies die Kurvenstruktur. Es ist nicht automatisch eine Belastung von drei Punkten im Wechselzeitpunkt:

  • Der realisierte P&L von M1 hängt vom ursprünglichen Einstand und seinem Verkauf ab, nicht vom M2-Preis.
  • M2 erhält als neuen Einstand den tatsächlich ausgeführten Preis.
  • Sein späterer P&L hängt vom weiteren Weg von M2 ab.
  • Bid-Ask, Provisionen und Slippage sind separate tatsächliche Kosten.

Konvergiert M2 nach Kauf bei 103 auf 100, während Spot unverändert bleibt, verliert der Long drei Punkte in M2. Steigt M2 dagegen auf 108, gewinnt er fünf. Das anfängliche Contango kann Gegenwind relativ zu Spot sein, bestimmt aber nicht allein die Gesamtrendite. Roll Yield, Basisänderung und Ausführungskosten sind keine Synonyme.


Prüfbares Beispiel

Ein Trader ist vier Kontrakte M1 long; der Multiplikator beträgt 20 Euro je Punkt. Er schließt M1 bei 4.985 nach einem Einstieg bei 4.950 und eröffnet vier M2-Kontrakte bei 4.997.

Größe Rechnung Ergebnis
Geschlossener Brutto-P&L M1 (4.985 − 4.950) × 20 × 4 +2.800 €
M2 − M1 zum Roll 4.997 − 4.985 +12 Punkte
Neuer Nominalwert 4.997 × 20 × 4 399.760 €
Angenommene Ausführungskosten 1 Punkt × 20 × 4 80 €

Die 12 Punkte werden nicht mechanisch von 2.800 Euro abgezogen: Sie vergleichen verschiedene Laufzeiten. Wirtschaftlich wirken sie über den späteren Weg des neuen Kontrakts, Konvergenz und Messmethode. Die 80 Euro sind dagegen bereits zuordenbare Ausführungskosten; real kommen Provisionen und weitere Gebühren hinzu.


Continuous Series: Der Chartsprung ist nicht das Konto

Eine Serie, die Front Months ohne Anpassung verkettet, kann am Symbolwechsel von M1 zu M2 springen. Der Sprung stammt aus dem Kontraktwechsel und ist kein P&L eines tatsächlich gehaltenen Einzelinstruments. Back-, Forward- oder Ratio-Adjustment entfernen ihn nach verschiedenen Regeln und können historische Niveaus umschreiben.

Für Forschung, Backtest und Signale sind mindestens ausgewählter Kontrakt und Rollkalender, Rollpreis und Zeitfenster, Anpassungsmethode, Gewichte bei einem mehrtägigen Roll sowie Kosten, Sicherheitenrendite und Behandlung ungewöhnlicher Laufzeiten zu dokumentieren. Ohne diese Angaben vermischt eine Continuous Series handelbare Änderungen, rechnerische Anpassungen und Rollertrag.


Checkliste vor dem Wechsel

  • Sind Code, Monat und Jahr von M1 und M2 eindeutig?
  • Sind letzter Handelstag, Notice Period und Settlement beider bekannt?
  • Bezieht sich das Ziel auf Kontrakte, Nominalwert oder eine Sensitivität?
  • Passt die Ziellaufzeit zu Liquidität und Mandat?
  • Ist eine Calendar-Spread-Order möglich, oder muss Leg-Risiko gesteuert werden?
  • Sind Bid-Ask, Provisionen und Slippage vom Roll Yield getrennt?
  • Nutzt der Continuous Chart eine dokumentierte Methodik?
  • Kann der Broker die Position vorzeitig schließen oder verschieben?

Quellen


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