Für wen dieser Artikel gedacht ist — Für alle, die den Zeitpunkt eines Geschäfts von dem gehaltenen Recht, dem Handelsplatz und der Gegenpartei unterscheiden müssen.
Eine Spot- oder Kassatransaktion vereinbart den Tausch eines Vermögenswerts, Wertpapiers oder einer Währung mit Abwicklung nach der aktuellen Konvention dieses Marktes. „Spot“ beschreibt vor allem, wann und wie das Geschäft erfüllt wird. Der Begriff benennt kein einziges Instrument und bedeutet nicht automatisch physischen Besitz.
Einfach gesagt — Spot bedeutet „Kassa“, nicht „garantierter Besitz“. Was du erhältst, ergibt sich aus Instrument, Abwicklungsregeln, Verwahrung, Handelsplatz und Gegenpartei.
Vier unterschiedliche Fälle
- Der Barkauf einer Aktie kann nach den Regeln für Ausgabe, Register und Verwahrung eine Wertpapierposition vermitteln.
- Im Wholesale-Forex tauscht ein Spotgeschäft zwei Währungen mit einem durch die Paarkonvention bestimmten Valutatag.
- Ein Retail-Konto für „Rolling Spot FX“ kann dagegen eine gehebelte und finanzierte OTC-Exponierung gegenüber dem Händler schaffen; die Anbieterbedingungen sind entscheidend.
- Ein Rohstoff-Spotgeschäft kann physische Lieferung, repräsentative Dokumente oder vertraglich vorgesehenen Barausgleich bewirken.
Alle vier Fälle können „Spot“ heißen, erzeugen aber nicht dieselben Rechte.
Spot und Derivat
| Dimension | Spot | Derivat |
|---|---|---|
| Zeit | zeitnahe Abwicklung nach Konvention | künftige, bedingte oder differenzbasierte Leistung |
| Was gehalten wird | abhängig von Vermögenswert und Verwahrstruktur | Vertrag mit eigenen Rechten und Pflichten |
| Laufzeit | Das Geschäft wird erfüllt; der Vermögenswert kann gehalten bleiben. | kann Verfall, Ausübung oder Vertragsdauer besitzen |
| Handelsplatz | Börse, Plattform oder OTC | je nach Vertrag Börse oder OTC |
| Short-Position | abhängig von Leihe, Verfügbarkeit und Marktregeln | abhängig von Vertrag, Margin und anwendbaren Grenzen |
Die fachlich richtige Gegenüberstellung lautet nicht „Spot = echt, Derivat = unecht“, sondern zugrunde liegender Vermögenswert beziehungsweise Tausch gegen abgeleitetes Recht oder abgeleiteten Vertrag.
Handelsplatz, Intermediär und Gegenpartei
Eine Börse ist ein Handelsplatz mit Zulassungs- und Handelsregeln. Sie ist deshalb nicht automatisch wirtschaftliche Gegenpartei jedes Auftrags. Ein Intermediär nimmt den Auftrag an oder führt ihn aus, ein Verwahrer verbucht Vermögenswerte, eine zentrale Gegenpartei kann sich im Clearing dazwischen stellen, und der Emittent behält eigene Pflichten. In einer OTC-Beziehung kann der Händler dagegen unmittelbare Gegenpartei sein.
Spotpreis, Basis und Ausführung
Der Spotpreis ist keine universelle Zahl. Er hängt von Vermögenswert, Qualität, Ort, Währung, Menge, Uhrzeit und Handelsplatz ab. Future, CFD oder ETP können diesen Markt als Referenz nutzen, ohne Preis und Ausführung exakt abzubilden. Finanzierung, Lieferung, Verfall, Liquidität und Spread erzeugen verschiedene Basis- und Trackingdifferenzen.
Vor einem Geschäft ist zu prüfen:
- Welches Instrument steht im Vertrag oder Kontoauszug?
- Welcher Valutatag und welcher Abwicklungsmechanismus gelten?
- Entsteht ein Vermögenswert, ein Währungssaldo oder nur eine Geldforderung?
- Wer sind Intermediär, Verwahrer, Emittent und Gegenpartei?
- Welche Margin-, Finanzierungs-, Spread- und Provisionsregeln greifen?
Quellen
- Bank for International Settlements, OTC foreign exchange turnover in April 2025 — Spot, Outright Forwards, FX-Swaps, Currency Swaps und OTC-Optionen.
- U.S. Commodity Futures Trading Commission, Eight Things You Should Know Before Trading Forex — OTC-Beziehung zum Händler, Margin, Finanzierung und Retail-Kosten.
- Banca d'Italia, L'economia per tutti, Cos'è la borsa? — Funktion der Börse und Rolle der Intermediäre.
- European Securities and Markets Authority, MiFID II, Article 4 — Definitions — EU-Definitionen von Handelsplatz, reguliertem Markt, MTF und OTF.