Für wen dieser Artikel gedacht ist — Für alle, die beim Broker den Namen einer Aktie, eines Index, Rohstoffs oder Währungspaars sehen und klären müssen, ob sie den Basiswert oder eine Forderung beziehungsweise Schuld gegenüber dem Anbieter halten.
Ein CFD ist ein Derivat, das eine Long- oder Short-Exponierung gegenüber der Veränderung eines Preises, Niveaus oder Werts erzeugt. Es wird nach den Bedingungen des Anbieters als Geldbetrag ausgeglichen. Der Kunde erhält dadurch weder die im Namen genannte Aktie noch den Index oder Rohstoff.
Einfach gesagt — Der Name des Basiswerts beschreibt die Preisreferenz, nicht dein Eigentum. Das konkrete Recht ist der CFD-Vertrag.
CFD, Spot und Future
| Dimension | CFD | Spot | Future |
|---|---|---|---|
| Gehaltenes Recht | Vertrag gegenüber dem Anbieter | abhängig von Vermögenswert und Abwicklung | standardisierter Vertrag |
| Basiswert | wird dem Kunden nicht übertragen | kann je nach Struktur geliefert oder verbucht werden | wird nicht zwingend geliefert |
| Marktbeziehung | gewöhnlich OTC mit dem Anbieter | Börse oder OTC | organisierter Handelsplatz und Clearing |
| Dauer | Bedingungen, Close-out und Rollover des Anbieters | zeitnahe Abwicklung | vertraglicher Verfall |
| Margin | in der Regel erforderlich | abhängig von Instrument und Konto | Sicherheitsleistung |
| Preis | Methodik und Spread des Anbieters | Preis des Handelsplatzes oder Händlers | Preis des konkreten Kontrakts und Verfalls |
„Spot“ allein beweist kein Eigentum. „CFD“ stellt dagegen klar, dass der Kunde einen Differenzkontrakt und nicht den Basiswert hält.
Wie das Ergebnis entsteht
Vereinfacht und vor Umrechnungen oder weiteren Anpassungen:
Brutto-P&L = Richtung × Menge × (Schlusskurs − Eröffnungskurs)
Netto-P&L = Brutto-P&L − Spread − Provisionen − Finanzierung − weitere Kosten
Multiplikator, Währung, Kapitalmaßnahmen, synthetische Dividenden, Stop-out und Preismethodik hängen vom Vertrag ab. Ein CFD-Chart kann dem Basiswert folgen, ohne mit Kassa- oder Futurepreis identisch zu sein.
Margin, Hebel und Close-out
Margin ermöglicht eine nominelle Exponierung oberhalb des eingesetzten Kapitals und verstärkt Gewinne wie Verluste. Anforderungen, Negativsaldoschutz, Schließungsregeln und Hebelgrenzen hängen von Rechtsordnung und Kundeneinstufung ab. EU- oder britische Retail-Schutzregeln dürfen nicht auf Offshore-Anbieter oder professionelle Kunden übertragen werden.
Vor Eröffnung einer Position sind zu prüfen:
- Rechtsträger und Aufsichtsbehörde des Anbieters;
- Preismethodik, Spread sowie Möglichkeit von Requotes oder Slippage;
- Initial- und Maintenance-Margin, Stop-out und Liquidation;
- Overnight-Finanzierung und Behandlung arbeitsfreier Tage;
- Kapitalmaßnahmen, synthetische Dividenden und Währungsumrechnung;
- Umgang mit Kundengeldern und Folgen einer Insolvenz.
Besondere Risiken
- Gegenpartei: Die Forderung hängt von der Leistung des Anbieters ab.
- Hebel: Eine geringe Kursbewegung kann die Margin schnell aufzehren.
- Preisbildung und Ausführung: Spread und Bedingungen stammen aus dem Vertrag.
- Finanzierung: Kosten können sich bei gehaltenen Positionen ansammeln.
- Liquidation: Der Anbieter kann Positionen an vertraglichen Schwellen schließen.
- Regulatorischer Rahmen: Schutzregeln und Verbote ändern sich nach Land und Kundengruppe.
Quellen
- European Securities and Markets Authority, Additional information on the agreed product intervention measures relating to contracts for differences and binary options — CFD-Definition, Barausgleich und Retail-Risiken.
- Financial Conduct Authority, Contract for differences, aktualisiert am 13. Juni 2025 — Hebel, Close-out, Schutzmechanismen und Interessenkonflikte im britischen Rahmen.
- Financial Conduct Authority, Multi-firm review of CFD providers' provision of price and value, 13. November 2025 — Spreads, Provisionen, Overnight-Finanzierung und OTC-Preisbildung.
- European Securities and Markets Authority, MiFID II, Annex I — Lists of services and activities and financial instruments — Derivatekategorien im EU-Rahmen.