Zum Inhalt springen

Post-only: Maker-Anweisung und Handelsplatzregeln

Post-only verlangt, dass eine Limit Order nicht sofort Liquidität entnimmt. Der Handelsplatz kann sie jedoch ablehnen, löschen, umpreisen oder nach Sonderregeln ausführen; Fill, Maker-Gebühr und Rebate sind nicht garantiert.

Für wen dieser Artikel gedacht ist — Für alle, die Limit Orders nahe am Markt einstellen und deren erste Interaktion mit dem Orderbuch steuern. Post-only drückt die Absicht aus, nicht sofort Liquidität zu entnehmen; es verspricht kein wirtschaftliches Ergebnis.

Post-only ist gewöhnlich ein Flag für eine Limit Order. Es fordert den Handelsplatz auf, den Auftrag nur nach dessen Regeln für passive Liquidität anzunehmen, statt ihn sofort mit dem Buch zu kreuzen. Ein Limit kann marketable sein; Post-only verändert die Behandlung genau dieses Falls.

Post-only: mögliche Ergebnisse bei Ankunft Die Maker-Absicht wird nach den Regeln des Handelsplatzes umgesetzt. Ablehnung, Löschung, Umpreisung oder Sonderbehandlung sind möglich. Post-only: mögliche Ergebnisse bei Ankunft Die Maker-Absicht wird nach den Regeln des Handelsplatzes umgesetzt Ablehnung, Löschung, Umpreisung oder Sonderbehandlung sind möglich. 1 Ablehnen Die gesamte sofort handelbare Order wird nichtangenommen. 2 Löschen Der Auftrag wird statt einer aggressiven Ausführungentfernt. 3 Umpreisen Ein Price Slide kann Preis und Queue-Prioritätverändern. 4 Regel prüfen Gebühr und Ergebnis folgen Produkt und Venue. Didaktische Darstellung. Produktregeln, Zeitstempel und reale Fills im Originalsystem prüfen.
Die Prüfung erfolgt bei Ankunft am Handelsplatz. Das Orderbuch kann sich seit dem Versand verändert haben.

Maker und Taker beschreiben die Interaktion

Im Maker/Taker-Modell stellt eine ruhende Order handelbare Liquidität bereit; eine sofort passende Order entnimmt sie. Das sind Rollen einer Ausführung, keine dauerhaften Identitäten eines Traders.

Ankommende Order Ohne Post-only Mit Post-only
nicht marketable kann in die Queue gelangen normalerweise ebenfalls
marketable kann sofort aggressiv handeln Venuespezifische Logik greift
im Marktzustand ungültig kann abgelehnt werden kann abgelehnt werden

„Maker oder gelöscht“ beschreibt einige Implementierungen, nicht alle. Das Rulebook kann Ablehnung, Löschung, Umpreisung oder Sonderbehandlung vorsehen.


Vier dokumentierte Ergebnisse

Coinbase Exchange lehnt eine ganze Order ab, wenn ein Teil Liquidität entnehmen würde. Coinbase Derivatives und OKX beschreiben die Löschung einer sofort ausführbaren Order. Nasdaq kann eine quote-blockierende Order je nach Portaleinstellung preislich verschieben oder löschen. Das Nasdaq-Factsheet 2026 nennt zudem Fälle, in denen die Post-only-Logik nicht gilt und die Order wie IOC zum besten Preis verarbeitet wird.

Nasdaq unterscheidet sichtbare, nicht sichtbare und Midpoint-Orders sowie geschützte Quotes anderer Märkte. Protokoll und Teilnehmerkonfiguration können das Ergebnis ändern. Diese Regeln dürfen nicht auf andere Börsen übertragen werden.

Beispiel: Bid 100,00, Ask 100,02; ein Buy Limit post-only zu 100,01 wird gesendet. Vor dem Eingang fällt der Ask auf 100,01. Die Venue kann ablehnen, sofort löschen, auf ein passives Niveau schieben oder eine besondere Ausführungsregel anwenden. Auch nach Umpreisung bleibt ein Fill unsicher und die Queue folgt ihrer Priorität.


Keine Garantie für Gebühr, Rebate oder Fill

Post-only garantiert keine bestimmte Gebühr. Preislisten hängen von Venue, Kundenstufe, Instrument, Sitzung und tatsächlicher Fillklassifikation ab. Maker Fee, Nullgebühr oder Rebate können sich ändern.

Ebenso wenig garantiert das Flag Annahme, den ursprünglichen Preis, unveränderte Priorität nach Price Slide, Teil- oder Vollfill, einen besseren Preis oder fehlende Opportunitätskosten. Eine kleine Gebührersparnis kann weniger wert sein als der verpasste Preis. Der Vergleich gehört zu Transaktionskosten und Ausführungsqualität.


Time in Force, Marktmodus und Kontrolle

Post-only = Wie darf die Order bei Ankunft interagieren?
Time in Force = Wie lange gilt sie und was geschieht mit dem Rest?

Kombinationen sind nicht immer zulässig. Coinbase macht Post-only mit IOC und FOK unvereinbar. Auktionen, Limit-only-, Post-only- oder Cancel-only-Modi, Halts und Preiskontrollen ändern ebenfalls die Annahme. Der Broker kann das Flag anders abbilden, einen anderen Handelsplatz wählen oder eigene Kontrollen anwenden.

Zu prüfen sind kompatible Typen und TIF, Verhalten einer marketablen Order, Ausnahmefälle mit Ausführung, Priorität nach Umpreisung, Status- und Reason-Codes, tatsächliche Fee sowie Auktionsregeln. Im Log gehören gesendeter Preis, beobachtetes Bid/Ask, Zeitstempel, angenommener Preis, Endstatus, Fill und echte Gebühr zusammen.

Operative Auswertung statt Maker-Annahme

Eine Ausführungsstatistik sollte gesendete Post-only-Orders nach angenommen, abgelehnt, gelöscht, umgepreist und ausgeführt gruppieren. Für jede Gruppe werden Fillquote, Zeit bis zum ersten Fill, Queue-Verweildauer, realisierte Gebühr und Preisbewegung nach dem Fill gemessen. Nur angenommene Orders zu betrachten würde Ablehnungs- und Opportunitätskosten ausblenden.

Beispiel: Von 100 Aufträgen werden 30 wegen eines gekreuzten Marktes abgelehnt, 40 bleiben passiv und handeln, 20 verfallen und 10 werden umgepreist. Die Maker-Gebühr der 40 Fills beantwortet nicht, ob die Gesamtpolicy günstig war. Zu ihr gehören auch verpasste Mengen und Marktbewegung während neuer Versandversuche.

Auch bei einer angenommenen Order ist die spätere Klassifikation maßgeblich. Ein Interface-Flag ist kein Beleg für die Abrechnung. Brokerreport, Venue- Reason-Code und tatsächliche Gebührenzeile sind die prüfbaren Quellen. Bei Änderung von Preis oder Menge muss zusätzlich geklärt werden, ob die Order Post-only und ihre Queue-Priorität behält oder wie ein neuer Auftrag behandelt wird.


Quellen

Verwandte Themen