Für wen dieser Artikel gedacht ist — Für alle, die den schlechtesten akzeptablen Preis festlegen und diese Grenze von der Ausführungswahrscheinlichkeit unterscheiden wollen.
Eine Limit Order kauft nur zum angegebenen Preis oder niedriger und verkauft nur zu diesem Preis oder höher. Das Limit schützt den Preis jedes gültigen Fills. Es verspricht weder Ausführung noch Unmittelbarkeit oder einen vollständigen Fill.
Einfach gesagt — „Höchstens zu 100 kaufen“ setzt die Obergrenze. Selbst wenn bei 100 gehandelt wird, kann deine Order in der Warteschlange bleiben oder nur teilweise ausgeführt werden.
Kauflimit und Verkaufslimit
Beim Buy Limit ist das Limit der Höchstpreis, beim Sell Limit der Mindestpreis. Ein Kauf mit Limit 100 darf bei 99,98 handeln; liegen die verfügbaren Asks erst bei 100,01, darf er sie nicht kaufen. Ein auf dem Chart „berührter“ Preis beweist jedoch nicht, dass genügend Gegenmenge bis zum Platz der Order in der Queue vorgedrungen ist.
Passiv, marketable und Maker/Taker
Eine Limit Order kann bei Ankunft passiv sein und ohne Kreuzung im Orderbuch ruhen. Oder sie ist marketable: Das Limit ist aggressiv genug, vorhandene Gegenseite bis zur Preisgrenze sofort zu handeln. Bei Bid 99,98 und Ask 100,00 ist ein Buy Limit 99,90 passiv; ein Buy Limit 100,03 kann alle erreichbaren Asks bis 100,03 nehmen.
Limit bedeutet daher nicht automatisch Maker. Ein ruhender und später angegriffener Auftrag stellt typischerweise Liquidität bereit; ein marketable Limit entnimmt sie für den sofortigen Anteil. Auktionen, Internalisierung und Kreuzungssysteme passen nicht immer sauber in dieses Paar.
| Merkmal | Passives Limit | Marketable Limit |
|---|---|---|
| kreuzt bei Ankunft | nein | ja, innerhalb des Limits |
| kann in Queue bleiben | ja | Rest gegebenenfalls |
| typische Rolle | Maker nach Ruhephase | Taker beim sofortigen Teil |
| Fill garantiert | nein | nein |
| Preisschutz | Limit oder besser | Limit oder besser |
Warum der Fill ausbleiben kann
Mengen an einem Preis sind nach der Priorität des Handelsplatzes auf Orders verteilt. Bei Preis-Zeit-Priorität steht früher eingegangene Menge am selben Preis vorne; andere Märkte nutzen Pro-rata oder Hybride. Ein Trade am Limit beweist nicht, dass die gesamte vorherige Queue verbraucht wurde.
Eine Order kann den Preis nie erreichen, hinter anderer Menge warten, einen Teilfill mit Rest erzeugen, nach Time in Force verfallen oder durch Kontrollen und Halts abgelehnt werden. Beispiel: Vor einem Buy Limit über 300 Stück stehen bei 50,00 bereits 800. Treffen Verkäufe über 900 ein, füllen zuerst 800 die ältere Queue; nur 100 erreichen die neue Order. Ergebnis: Fill 100, Rest 200, obwohl 900 Stück genau bei 50,00 handelten.
Gültigkeit und Restmanagement
Time in Force bestimmt die Lebensdauer. DAY, GTC, IOC und FOK haben je nach Broker und Venue unterschiedliche Sitzungsdetails. IOC akzeptiert normalerweise einen sofortigen Teilfill und löscht den Rest; FOK verlangt die gesamte Menge sofort oder keine Ausführung.
MiFID II Artikel 28 verpflichtet EU-Unternehmen zur schnellen, fairen und geordneten Bearbeitung und behandelt vergleichbare Kundenorders nach Empfangszeit. Bestimmte nicht sofort ausgeführte Aktienlimits sollen — sofern keine andere Anweisung oder Ausnahme gilt — öffentlich zugänglich gemacht werden. Das ist eine Brokerpflicht, keine Garantie von Preis-Zeit-Priorität in jeder Matching Engine und keine Fillgarantie.
Ein Limit eignet sich, wenn Höchst- oder Mindestpreis zentral sind. Der Preis der Kontrolle ist das Risiko, eine Bewegung zu verpassen. Vor Versand sind Limit, Menge, Gültigkeit, Sitzung, Teilfill und Restbehandlung festzulegen.
Typischer Fehler — Eine bloße Berührung des Limits als Beweis zu lesen, dass die gesamte Order hätte ausgeführt werden müssen.
Quellen
- U.S. SEC, Investor.gov — Types of Orders — Preislimit und fehlende Ausführungsgarantie.
- U.S. SEC — Limit Orders — Limitbedingungen und Risiko eines ausbleibenden Fills.
- U.S. SEC — Rule 606 Regulation NMS, FAQ — liquiditätsgebende und -nehmende Orders sowie nicht eindeutig zuordenbare Fälle.
- ESMA — MiFID II, Artikel 28: Client order handling rules — faire und zeitnahe Bearbeitung bestimmter Limit Orders.