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Orderpriorität und Teilausführungen

Orderpriorität bestimmt die Reihenfolge kompatibler Aufträge, Allokation verteilt verfügbare Menge. Preis-Zeit ist nicht universell; Teilfills müssen mit Fillmenge, Rest und Durchschnittspreis gelesen werden.

Für wen dieser Artikel gedacht ist — Für alle, die den Markt am eigenen Limit handeln sehen, aber nur einen Teilfill erhalten, oder verstehen wollen, weshalb gleich bepreiste Orders verschieden bedient werden.

Orderpriorität bestimmt, welches kompatible Interesse zuerst abgeglichen werden kann. Allokation legt fest, wie die verfügbare Menge auf mehrere Orders verteilt wird. Beide Regeln gehören zur Venue und oft zum einzelnen Produkt. Preis-Zeit ist verbreitet, aber FIFO, Pro-rata, hybride Verfahren, Auktionen und zusätzliche Prioritäten sind ebenfalls möglich.

Ein Teilfill entsteht, wenn nur ein Teil der bestellten Menge eine zulässige Gegenpartei findet. Das ist allein weder Brokerfehler noch Defekt des Marktes, sondern ein normales Ergebnis von Liquidität und Matching-Regeln.

Orderpriorität und Teilausführungen Ein Trade am eigenen Preis beweist noch keinen vollständigen Fill. Queue, Allokation und verfügbare Menge bestimmen den erreichten Anteil. Orderpriorität und Teilausführungen Ein Trade am eigenen Preis beweist noch keinen vollständigen Fill Queue, Allokation und verfügbare Menge bestimmen den erreichten Anteil. 1 Preisrang Bessere Preise werden vorschlechteren geprüft. 2 Zeit oder Anteil FIFO und Pro-rataverteilen Mengeunterschiedlich. 3 Teilfill Nur die erreichte Mengewird endgültigausgeführt. 4 Rest Gültigkeit und Stornobestimmen dieverbleibende Order. Didaktische Darstellung. Produktregeln, Zeitstempel und reale Fills im Originalsystem prüfen.
Ein Trade am richtigen Preis reicht nicht: Menge vor der eigenen Order und der Allokationsalgorithmus entscheiden, welcher Anteil ankommt.

Preis, Zeit und Mengenallokation

Bei Preispriorität steht ein höher bepreister Kauf vor niedrigeren Kauforders; ein niedriger bepreister Verkauf steht vor höheren Verkaufsorders. Erst auf derselben Preisstufe entscheidet die nächste Regel. FIFO folgt der Ankunftsreihenfolge. Pro-rata verteilt nach sichtbarer Menge oder einer venuespezifischen Formel. Hybride Systeme kombinieren mehrere Verfahren; Auktionen ermitteln Preis und Menge kollektiv.

CME Group dokumentiert für Globex mehrere solcher Algorithmen. Deshalb ist „Wer zuerst kommt, wird immer zuerst vollständig ausgeführt“ keine allgemeine Marktregel. Venue, Instrument, Sitzung und die damals gültige Produktkonfiguration müssen bekannt sein.


Brokerreihenfolge und Venue-Queue trennen

In der EU verlangt MiFID II Artikel 28 von Wertpapierfirmen, vergleichbare Kundenorders nach Empfangszeit sowie schnell, fair und geordnet zu bearbeiten. Diese Vorgabe betrifft die Kundenorderbearbeitung. Sie zwingt nicht jede Trading Venue zu demselben Fill-Algorithmus.

Der Broker-Timestamp kann die interne Warteschlange bestimmen; erst der Annahmezeitpunkt an der Venue legt womöglich den Platz im dortigen Orderbuch fest. Dazwischen liegen Risikoprüfung, Routing und Latenz. Wer nur den Zeitpunkt „gesendet“ betrachtet, kennt die tatsächliche Queue-Position noch nicht.


Wie ein Teilfill entsteht

Eine aggressive Order trifft möglicherweise weniger Menge am besten Preis als ihre eigene Größe. Der kompatible Teil handelt; der Rest kann weitere Preisstufen durchlaufen, als Limit im Book ruhen oder gemäß Time in Force gelöscht werden. Eine passive Limit Order kann dagegen über Zeit mehrere einzelne Fills gegen neu eintreffende Orders erhalten.

Die SEC behandelt in ihrer aktualisierten Rule-605-FAQ einzelne Teilausführungen getrennt und gewichtet Messwerte nach ausgeführter Menge. Der gewichtete Durchschnittspreis folgt demselben Grundsatz:

Durchschnitt = Summe(Fillpreis × Fillmenge) / gesamte ausgeführte Menge

Solange ein Rest offen ist, gehört die ursprüngliche Gesamtmenge nicht in den Nenner. Gebühren können separat anfallen und sind nicht automatisch Bestandteil des ausgewiesenen Brutto-Durchschnittspreises.

Beispiel: 40 Stück handeln zu 50,00 und 60 zu 50,02. Der gewichtete Fillpreis für 100 Stück beträgt 50,012. Sind weitere 100 Stück noch offen, wird nicht durch 200 geteilt.


Fillmenge, Restmenge und Status

Nach jedem Fill sind mindestens drei Größen zu unterscheiden. Filled Quantity ist bereits gehandelt und kann durch eine einfache Reststornierung nicht rückgängig gemacht werden. Leaves Quantity ist noch ausführbar. Order Status zeigt etwa working, cancel pending, cancelled oder expired.

Die Gültigkeit entscheidet über den Rest. DAY kann zum Sitzungsende verfallen; IOC versucht sofort zu handeln und löscht üblicherweise den Rest; FOK verlangt die gesamte nach Venue-Regel geforderte Menge sofort oder keinen Fill. Namen und Verfügbarkeit müssen im Rulebook überprüft werden.

Ein Stornierungswunsch konkurriert außerdem zeitlich mit Ausführungen. Bis zur Bestätigung kann die Restorder weitere Fills erhalten. „Cancel gesendet“ ist daher nicht gleich „Order nicht mehr aktiv“.


Was den Queue-Platz verändert

Preisänderung, Mengenerhöhung, Cancel/Replace oder neue Attribute können wie eine neue Order behandelt werden und Priorität kosten. Andere Änderungen bewahren sie. Verdeckte Menge, Iceberg-Reserven und besondere Teilnehmerrechte können die sichtbare Schlange zusätzlich unvollständig machen.

Eine Stop-Limit-Order besitzt vor dem Trigger gewöhnlich nicht dieselbe Priorität wie ein bereits aktives Limit. Wann und wie sie in die Queue eintritt, folgt der Implementierung.

Zur Prüfung eines strittigen Fills braucht man Order-ID, Venue, Produkt, Algorithmus und Sitzung; Zeitstempel von Empfang, Annahme, Änderung und Fill; Start-, Fill- und Restmenge; Einzelpreise, TIF und Attribute sowie Reject- oder Cancel-Meldungen. Ein Kerzenchart oder Last Price kann diese Daten nicht ersetzen.

Typischer Fehler — Einen Print am eigenen Preis als Beweis für den geschuldeten Vollfill zu deuten. Der Trade kann auf einer anderen Venue, vor der eigenen Queue, in einer Auktion oder nach anderer Allokation erfolgt sein.


Quellen

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