Eine Stop-Limit Order verbindet zwei Bedingungen. Der Stoppreis ist der Trigger; tritt die von Broker oder Handelsplatz definierte Bedingung ein, wird die Order aktiv. Der Limitpreis begrenzt die Preise der daraus entstehenden Limit Order. Nach dem Trigger entsteht keine Market Order.
Einfach gesagt — Der Stop sagt, ab wann die Order handeln darf; das Limit, zu welchem Preis oder besser. Die Aktivierung schafft keine passende Gegenpartei.
Zwei Preise, zwei Funktionen
Bei einem Buy Stop-Limit liegt der Trigger gewöhnlich auf der Kaufseite oberhalb des Markts; nach Aktivierung setzt das Limit den Höchstpreis. Bei einem Sell Stop-Limit aktiviert der Stop eine Verkaufsorder, deren Limit den Mindestpreis bestimmt. Zulässige Richtung und Varianten hängen vom Produkt ab.
| Feld | Funktion | Keine Garantie für |
|---|---|---|
| Stoppreis | aktiviert die Bedingung | tatsächlichen Fillpreis |
| Limitpreis | begrenzt ausführbare Preise | irgendeinen Fill |
| Menge | gewünschte Größe | vollständige Ausführung |
| Gültigkeit | legt Verfall fest | Aktivität in jeder Sitzung |
Als Trigger können Last Trade, Bid, Ask oder eine andere Systemreferenz dienen. Außerbörsliche Zeiten, Auktionen und Feeds folgen eigenen Regeln. Der Name „Stop-Limit“ verrät diese Details nicht.
Operativer Lebenszyklus
- Das System empfängt Stop, Limit, Menge und Gültigkeit.
- Die Order wartet bedingt und erscheint möglicherweise nicht öffentlich.
- Die festgelegte Referenz erfüllt die Stopbedingung.
- Eine Limit Order wird erzeugt oder ausführbar.
- Sie trifft ganz oder teilweise kompatible Liquidität.
- Der Rest bleibt aktiv, verfällt oder wird nach den Regeln gelöscht.
Schritt drei impliziert Schritt fünf nicht. SEC Rule 605 FAQ 24 unterscheidet Trigger und „Ausführbarkeit“ für die Statistik zu US-NMS-Aktien. Diese Berichtskategorie belegt weder Gegenliquidität am Limit noch einen Fill.
Gap-Beispiel: Stop 100, Limit 98
Angenommen, ein Sell Stop-Limit wird vom letzten Trade bei 100 oder tiefer ausgelöst. Ein Trade bei 99 aktiviert es: Verkäufe an verfügbare Bids bei mindestens 98 sind möglich, auch bei 99. 98 ist der Mindestpreis, kein Pflichtpreis. Liegt der erste Trade nach einem Gap bei 95, erfolgt der Trigger, aber kein Verkauf, solange alle Bids unter 98 bleiben. Ein späterer Fill verlangt fortbestehende Gültigkeit sowie zu Limit und Priorität passende Menge.
Vergleich und Risikotausch
| Typ | Aktiv | Preisschutz | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| nach Annahme, in zugelassener Sitzung | kein Kundenlimit; Marktschutz möglich | anderer Endpreis | |
| sofort, wenn zulässig | Limit oder besser | kein oder teilweiser Fill | |
| nach Trigger | kein Kundenlimit in der Standardform | Slippage über mehrere Niveaus | |
| Stop Limit | nach Trigger | Limit oder besser | Position bleibt offen oder Einstieg fehlt |
Die Wahl verteilt Risiko zwischen Preisbegrenzung und Ausführungswahrscheinlichkeit. Stop Market akzeptiert nach Trigger Preisunsicherheit; Stop Limit verweigert schlechtere Preise, kann deshalb aber in einem schnellen Markt nicht schließen.
Typischer Fehler — Stop Limit pauschal „sicherer“ als Stop Market zu nennen. Es schützt die Preisgrenze, nicht vor einer offenen Restposition in einem weiterlaufenden Markt.
Fortgeschritten: Gaps, Teilfills und Marktspezifika
Ist beim Trigger die Liquidität innerhalb des Limits zu klein, entsteht ein Teilfill. Bleibt der Rest gültig und darf er im Buch ruhen, folgt er der Marktpriorität; andernfalls kann er verfallen oder storniert werden. Ein Gap kann den Markt direkt über das Limit führen: Die Order ist aktiv, hat aber keinen zulässigen Preis. Eine spätere Rückkehr kann einen Fill ermöglichen, sofern Gültigkeit und Priorität fortbestehen.
Für CME-spezifische Varianten ist iLink Order Types heranzuziehen. Ordertyp und Gültigkeit sind zusammen zu lesen; die Regeln eines Handelsplatzes sind nicht universell. Rule 605 für US-NMS-Aktien und MiFID-II-Orderhandling haben eigene Berichts- und Prozessgrenzen.
Vor Versand sind Triggerreferenz, Stop und Limit im Ticket, Sitzung und Auktion, Verfall, Restbehandlung, Priorität nach Änderung und ein Notfallplan für die offenbleibende Position zu dokumentieren.
Nach dem Trigger überwachen
Nach der Aktivierung ist der Status der Limit Order entscheidend. Ein bestätigter Trigger sagt noch nichts über Fillmenge, Queue-Platz oder spätere Löschung. Das Protokoll sollte deshalb Triggerzeit, erzeugte Order-ID, angenommenen Limitpreis, einzelne Fills, Leaves Quantity und Endstatus zusammenführen.
Bei einem Teilfill bleibt der wirtschaftliche Zweck womöglich nur teilweise erfüllt. Wer beispielsweise eine Position vollständig begrenzen wollte, trägt für den Rest weiter Marktrisiko. Eine spätere manuelle Market Order verändert dann Benchmark und Kosten und darf in der Auswertung nicht mit dem ersten Stop-Limit-Fill vermischt werden. Erst die gesamte Orderkette zeigt, wie viel Preisgrenze und wie viel Completion tatsächlich erreicht wurden.
Quellen
Quellen geprüft am 8. September 2026. Die genannten Investor.gov-Bulletins wurden am 18. August 2026 aktualisiert, die Rule-605-FAQ am 1. April 2026.
- U.S. SEC, Investor.gov — Types of Orders — Definitionen im US-Aktienkontext.
- U.S. SEC, Investor.gov — Stop, Stop-Limit, and Trailing Stop Orders — Investor Bulletin — Stop Order und Stop-Limit Order: Umwandlung, Triggerreferenz und Nichtausführungsrisiko.
- U.S. SEC — Frequently Asked Questions: Rule 605 of Regulation NMS — FAQ 24: Trigger und statistische Ausführbarkeit, getrennt vom Fill.
- CME Group — iLink Order Types — Stop Limit.
- ESMA — MiFID II, Article 28: Client order handling rules — Absätze 1–2: Kundenorderbearbeitung und Veröffentlichung bestimmter Aktienlimits.