Für wen dieser Artikel gedacht ist — Für alle, die die aktivierende Schwelle vom schlechtesten akzeptierten Ausführungspreis trennen, besonders beim automatisierten Ein- oder Ausstieg.
Eine Stop-Limit Order verbindet zwei Bedingungen. Der Stoppreis ist der Trigger; tritt die von Broker oder Handelsplatz definierte Bedingung ein, wird die Order aktiv. Der Limitpreis begrenzt die Preise der daraus entstehenden Limit Order. Nach dem Trigger entsteht keine Market Order.
Einfach gesagt — Der Stop sagt, ab wann die Order handeln darf; das Limit, zu welchem Preis oder besser. Die Aktivierung schafft keine passende Gegenpartei.
Zwei Preise, zwei Funktionen
Bei einem Buy Stop-Limit liegt der Trigger gewöhnlich auf der Kaufseite oberhalb des Markts; nach Aktivierung setzt das Limit den Höchstpreis. Bei einem Sell Stop-Limit aktiviert der Stop eine Verkaufsorder, deren Limit den Mindestpreis bestimmt. Zulässige Richtung und Varianten hängen vom Produkt ab.
| Feld | Funktion | Keine Garantie für |
|---|---|---|
| Stoppreis | aktiviert die Bedingung | tatsächlichen Fillpreis |
| Limitpreis | begrenzt ausführbare Preise | irgendeinen Fill |
| Menge | gewünschte Größe | vollständige Ausführung |
| Gültigkeit | legt Verfall fest | Aktivität in jeder Sitzung |
Als Trigger können Last Trade, Bid, Ask oder eine andere Systemreferenz dienen. Außerbörsliche Zeiten, Auktionen und Feeds folgen eigenen Regeln. Der Name „Stop-Limit“ verrät diese Details nicht.
Operativer Lebenszyklus
- Das System empfängt Stop, Limit, Menge und Gültigkeit.
- Die Order wartet bedingt und erscheint möglicherweise nicht öffentlich.
- Die festgelegte Referenz erfüllt die Stopbedingung.
- Eine Limit Order wird erzeugt oder ausführbar.
- Sie trifft ganz oder teilweise kompatible Liquidität.
- Der Rest bleibt aktiv, verfällt oder wird nach den Regeln gelöscht.
Schritt drei impliziert Schritt fünf nicht. Die SEC erläutert für Rule 605, dass ein Stop-Limit zwar getriggert, aber wegen eines nicht kompatiblen Limits noch nicht ausführbar sein kann.
Vergleich und Risikotausch
| Typ | Aktiv | Preisschutz | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| sofort | keiner | anderer Endpreis | |
| sofort, wenn zulässig | Limit oder besser | kein oder teilweiser Fill | |
| nach Trigger | keiner danach | Slippage über mehrere Niveaus | |
| Stop Limit | nach Trigger | Limit oder besser | Position bleibt offen oder Einstieg fehlt |
Die Wahl verteilt Risiko zwischen Preissicherheit und Ausführungswahrscheinlichkeit. Stop Market akzeptiert nach Trigger Preisunsicherheit; Stop Limit verweigert schlechtere Preise, kann deshalb aber in einem schnellen Markt nicht schließen.
Typischer Fehler — Stop Limit pauschal „sicherer“ als Stop Market zu nennen. Es schützt die Preisgrenze, nicht vor einer offenen Restposition in einem weiterlaufenden Markt.
Gaps, Teilfills und Marktspezifika
Ist beim Trigger die Liquidität innerhalb des Limits zu klein, entsteht ein Teilfill. Der Rest nimmt nach dem Marktalgorithmus einen Queueplatz ein. Ein Gap kann den Markt direkt über das Limit führen: Die Order ist aktiv, hat aber keinen zulässigen Preis. Eine spätere Rückkehr kann einen Fill ermöglichen, sofern Gültigkeit und Priorität fortbestehen.
Der CME Globex Reference Guide beschreibt seine Implementierung: Nach Handel am Trigger wird das Stop-Limit zur Limit Order, deren ungefüllter Rest am Limit bleibt. Das ist eine offizielle Venue-Regel, keine universelle Definition. US-NMS-Rule-605 und MiFID-II-Orderhandling besitzen wiederum eigene Berichts- und Prozessgrenzen.
Vor Versand sind Triggerreferenz, Stop und Limit im Ticket, Sitzung und Auktion, Verfall, Restbehandlung, Priorität nach Änderung und ein Notfallplan für die offenbleibende Position zu dokumentieren.
Nach dem Trigger überwachen
Nach der Aktivierung ist der Status der Limit Order entscheidend. Ein bestätigter Trigger sagt noch nichts über Fillmenge, Queue-Platz oder spätere Löschung. Das Protokoll sollte deshalb Triggerzeit, erzeugte Order-ID, angenommenen Limitpreis, einzelne Fills, Leaves Quantity und Endstatus zusammenführen.
Bei einem Teilfill bleibt der wirtschaftliche Zweck womöglich nur teilweise erfüllt. Wer beispielsweise eine Position vollständig begrenzen wollte, trägt für den Rest weiter Marktrisiko. Eine spätere manuelle Market Order verändert dann Benchmark und Kosten und darf in der Auswertung nicht mit dem ersten Stop-Limit-Fill vermischt werden. Erst die gesamte Orderkette zeigt, wie viel Preisgrenze und wie viel Completion tatsächlich erreicht wurden.
Quellen
- U.S. Securities and Exchange Commission, Investor.gov, Types of Orders — Market-, Limit- und Stop-Orders im US-Aktienkontext.
- U.S. Securities and Exchange Commission, Frequently Asked Questions: Rule 605 of Regulation NMS — Ausführbarkeitsbedingungen von Stops mit Limit.
- CME Group, CME Globex Reference Guide — Stop-Limit-Implementierung und Restmenge auf CME Globex.
- European Securities and Markets Authority, MiFID II, Article 28 — Client order handling rules — EU-Grundsätze der Kundenorderbearbeitung.