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Optionsgamma

Gamma misst, wie sich das Delta einer Option bei einer Bewegung des Basiswerts ändert. Es ist eine lokale, dynamische Sensitivität zweiter Ordnung mit positionsabhängigem Vorzeichen.

Einfach gesagt — Gamma beschreibt, wie schnell sich Delta verändert, wenn der Basiswert sich bewegt. Delta ist die lokale Steigung des Optionswerts; Gamma ist seine lokale Krümmung. Ein Hedge mit Delta null bleibt bei Gamma ungleich null nicht neutral.

Mathematisch ist Gamma die zweite Ableitung des Optionswerts nach dem Basiswert:

Γ = ∂²V / ∂S² = ∂Δ / ∂S

Es ist eine Sensitivität zweiter Ordnung und eine lokale Modellgröße. Ein Gamma-Wert ohne Basiswerteinheit, Optionspreiseinheit, Multiplikator, Positionsvorzeichen, Modell und Zeitstempel ist unvollständig.

Delta, Gamma, Vega und Theta Vier lokale Sensitivitäten, vier nicht zu verwechselnde Koordinaten. Schema einer Vanilla-Option: Einheiten, Modell und Berechnungszeitpunkt müssen genannt werden. Delta, Gamma, Vega und Theta Vier lokale Sensitivitäten, vier nicht zu verwechselnde Koordinaten Schema einer Vanilla-Option: Einheiten, Modell und Berechnungszeitpunkt müssen genannt werden. Delta Lokale Steigung desOptionswerts gegenüberdem Preis desBasiswerts. Gamma Lokale Änderung desDelta: Krümmunggegenüber dem Basiswert. Vega Lokale Reaktion desWerts auf eine Änderungder implizitenVolatilität. Theta Lokale Reaktion aufZeitablauf bei sonstkonstanten Parametern. Modell Jeder Grieche hängt vomModell, seinen Inputsund der verwendetenOberfläche ab. Einheiten Je Einheit, Kontraktoder Position; Punkte,Prozent, Tage undWährung ausdrücklichnennen. Nichtlinearität Sensitivitäten ändernsich mit dem Markt; einelokale Näherung ist keinvollständiger Payoff. GemeinsameÄnderungen Basiswert, IV, Zeit,Zinsen und Liquiditätkönnen sich gleichzeitigbewegen. Cyclepedia · Lernbeispiel, weder Marktquote noch Prognose
Die illustrative Kurve zeigt eine gekaufte Vanilla-Call-Option. Gamma beschreibt lokale Krümmung; Vega und Theta betrachten andere Koordinaten. Das Profil ist nicht universell.

Einheit und Skalierung

Wenn Delta als Optionswertänderung je einer Preiseinheit des Basiswerts angegeben wird, misst Gamma die Deltaänderung je weiterer Preiseinheit. Ein Gamma von 0,04 kann bedeuten, dass sich Delta nach einer kleinen Basiswertbewegung um eine Preiseinheit ungefähr um 0,04 erhöht. Anbieter können aber Prozentbewegungen oder andere Normalisierungen verwenden.

Für die Position gilt Kontrakte × Multiplikator × Gamma mit dem Vorzeichen des Legs. Bei Basiswerten in verschiedenen Währungen oder Preisniveaus sind rohe Gammas nicht direkt addierbar. Dollar Gamma oder ein Szenario-P&L kann eine gemeinsame Einheit schaffen, sofern Definition und Schockgröße angegeben werden.


Vorzeichen: Long und Short

Ein gekaufter europäischer Vanilla Call oder Put hat im Standardmodell typischerweise positives Gamma. Der lokale Wert profitiert von Krümmung, wenn andere Inputs festgehalten werden. Eine Short-Position kehrt das Vorzeichen um und weist lokal negatives Gamma auf. Diese Aussage gilt nicht ungeprüft für digitale, Barrier-, exotische oder pfadabhängige Auszahlungen.

Bei einem Spread ist das Gesamtgamma die Summe aller Legs. Ein Long Leg kann das negative Gamma eines Short Legs nur an bestimmten Basiswerten und Zeitpunkten ausgleichen. Das Vorzeichen und die Größe können sich entlang des Preisverlaufs ändern.


Gamma im lokalen P&L

Die zweite Ordnung einer Taylor-Näherung lautet:

ΔV ≈ Delta·ΔS + ½·Gamma·(ΔS)²

Der Gamma-Term ist quadratisch in der Bewegung. Er wird bei größeren Schocks wichtiger, aber zugleich wird die lokale Näherung dann ungenauer, weil Delta und Gamma selbst wechseln. Eine vollständige Neubewertung ist für materielle Szenarien vorzuziehen.

Ein beobachteter P&L enthält außerdem Vega, Theta, Zinsen, Smilebewegungen, Sprünge, Ausführung und Modellrest. „Gamma-P&L“ ist eine Attribution unter Konventionen, nicht der einzige ursächliche Cashflow.


Gamma und Delta-Hedge

Eine delta-gehedgte Option wird durch Bewegungen des Basiswerts wieder delta-exponiert. Positives Gamma verlangt bei steigenden Preisen typischerweise den Verkauf und bei fallenden Preisen den Kauf von Hedge-Einheiten, um Delta zurückzusetzen; negatives Gamma erzeugt den entgegengesetzten Anpassungsbedarf. Das sagt noch nichts über Profitabilität, weil Prämie, Theta, Kosten, Gaps und Hedgefrequenz mitwirken.

Diskretes Hedging kann Sprünge nicht kontinuierlich auffangen. Je höher Gamma, desto schneller kann der Hedge veralten. Liquiditäts- und Ausführungskapazität sind daher Teil der Risikomessung.


Wo Gamma sich konzentriert

Bei Standard-Vanilla-Optionen ist Gamma häufig nahe am Geld (at the money) und bei kurzer Restlaufzeit groß. Das Zeitfenster, in dem es konzentriert ist, wird zugleich kleiner. Tief in oder aus dem Geld liegende Optionen besitzen in typischen Modellen geringeres Gamma, aber Gaps und diskrete Vertragsereignisse können die einfache Form unbrauchbar machen.

Open Interest nach Strike zeigt nicht das Nettogamma des Markts. Es offenbart weder Long- und Short-Verteilung noch Positionstyp, Hedge oder Modell. Aus Bestandsdaten allein darf kein präzises Gamma-Niveau behauptet werden.


Prüfliste

  1. Welche Gamma-Einheit und welche Basiswertbewegung gelten?
  2. Ist das Vorzeichen aus Sicht der Position oder der Long Option angegeben?
  3. Wie werden Kontrakte, Multiplikator und Währung aggregiert?
  4. Für welche Schockgröße bleibt die lokale Näherung brauchbar?
  5. Welche Hedgefrequenz, Kosten, Gaps und Liquiditätsgrenzen bestehen?
  6. Werden Vanilla-Illustration und tatsächliche Produktstruktur getrennt?

Quellen

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