Zum Inhalt springen

Optionsvega

Vega misst die lokale Änderung des Optionswerts gegenüber der im Modell verwendeten impliziten Volatilität. Skala, Oberflächenknoten, Laufzeit und Positionsvorzeichen gehören zur Messung.

Einfach gesagt — Vega schätzt, wie sich der theoretische Wert einer Option bei einer kleinen Änderung der impliziten Volatilität verändert, wenn die anderen Inputs festgehalten werden. Es ist lokal, modellabhängig und braucht eine genaue Volatilitätsskala.

Vega wird als Ableitung des Optionswerts V nach dem verwendeten Volatilitätsparameter σ beschrieben:

Vega = ∂V / ∂σ

Eine Option besitzt Vega nicht gegen „die Volatilität“ im Allgemeinen, sondern gegen einen bestimmten Knoten oder eine definierte Bewegung der impliziten Volatilitätsoberfläche. Marktquote, Modell, Ausübungspreis, Verfall, Basiswert und Zeitstempel sind Teil des Werts.

Delta, Gamma, Vega und Theta Vier lokale Sensitivitäten, vier nicht zu verwechselnde Koordinaten. Schema einer Vanilla-Option: Einheiten, Modell und Berechnungszeitpunkt müssen genannt werden. Delta, Gamma, Vega und Theta Vier lokale Sensitivitäten, vier nicht zu verwechselnde Koordinaten Schema einer Vanilla-Option: Einheiten, Modell und Berechnungszeitpunkt müssen genannt werden. Delta Lokale Steigung desOptionswerts gegenüberdem Preis desBasiswerts. Gamma Lokale Änderung desDelta: Krümmunggegenüber dem Basiswert. Vega Lokale Reaktion desWerts auf eine Änderungder implizitenVolatilität. Theta Lokale Reaktion aufZeitablauf bei sonstkonstanten Parametern. Modell Jeder Grieche hängt vomModell, seinen Inputsund der verwendetenOberfläche ab. Einheiten Je Einheit, Kontraktoder Position; Punkte,Prozent, Tage undWährung ausdrücklichnennen. Nichtlinearität Sensitivitäten ändernsich mit dem Markt; einelokale Näherung ist keinvollständiger Payoff. GemeinsameÄnderungen Basiswert, IV, Zeit,Zinsen und Liquiditätkönnen sich gleichzeitigbewegen. Cyclepedia · Lernbeispiel, weder Marktquote noch Prognose
Die illustrative Kurve zeigt eine gekaufte Vanilla-Call-Option. Vega betrachtet einen lokalen IV-Schock; Gamma und Theta reagieren auf andere Koordinaten und das Profil ist nicht universell.

Das Skalenproblem: ein Prozent ist nicht eins

Ein Anbieter kann Vega als Wertänderung bei einem Prozentpunkt Volatilität angeben, also etwa von 20 % auf 21 %. Ein mathematisches System kann dagegen die Ableitung je Dezimaleinheit verwenden, von 0,20 auf 1,20. Zwischen beiden Skalen liegt der Faktor 100. Ohne Dokumentation ist eine Zahl wie „Vega 0,12“ mehrdeutig.

Auch Optionspreis je Basiswerteinheit, Kontraktwert nach Multiplikator und Portfolio-Vega sind verschiedene Einheiten. Das Positionsvega lautet grundsätzlich Kontrakte × Multiplikator × Optionsvega mit korrektem Positionsvorzeichen und Währungsumrechnung.


Vorzeichen der Position

Ein gekaufter europäischer Vanilla Call oder Put besitzt im Standardmodell typischerweise positives Vega: Steigt die implizite Volatilität bei sonst gleichen Inputs, steigt der Modellwert. Ein Short-Kontrakt kehrt das Vorzeichen um. Diese Regel darf nicht auf jede exotische oder pfadabhängige Option übertragen werden.

„Positives Vega“ ist keine Garantie, dass eine Position bei einem beobachteten Volatilitätsanstieg gewinnt. Gleichzeitig können Basiswert, Zeit, Zins und Smile variieren; der Kaufpreis und die tatsächliche Ausführung bestimmen den P&L.


Eine Oberfläche statt einer einzigen Zahl

Optionen desselben Basiswerts besitzen verschiedene IV über Strike und Verfall. Smile, Skew und Surface können sich parallel, steiler, flacher oder lokal bewegen. Ein skalares Vega nimmt meist eine bestimmte lokale oder parallele Verschiebung an.

Für Portfolios wird Vega deshalb nach Verfall und Moneyness in Knoten zerlegt. Ein Long-Vega im kurzen Verfall kann ein Short-Vega im langen Verfall numerisch ausgleichen, obwohl das Portfolio auf eine Drehung der Laufzeitstruktur stark reagiert. Ein Gesamtwert null bedeutet nur Neutralität gegen den gewählten gemeinsamen Schock.

Bid-, Mid- und Ask-IV erzeugen unterschiedliche Oberflächen und Vegas. Breite Quotes machen eine scheinbar präzise Sensitivität unsicher. Datenfilter und die Anpassung der Volatilitätsoberfläche sind mit der Risikomessung zu versionieren.


Vega, Gamma und Theta wirken gemeinsam

Eine lokale Näherung kann schreiben:

ΔV ≈ Delta·ΔS + ½·Gamma·(ΔS)² + Vega·Δσ + Theta·Δt

Der Ausdruck trennt Risikobeiträge rechnerisch, aber reale Bewegungen sind nicht unabhängig. Ein fallender Markt kann gleichzeitig Put-Skew und Gesamtvolatilität verändern. Der Zeitablauf verschiebt Moneyness und Restlaufzeit; Gamma kann sich nahe Verfall konzentrieren, während Vega bei einer Standard-Vanilla-Option abnimmt.

Bei großen Schocks ist eine gemeinsame Neubewertung mit einer vollständigen neuen Oberfläche erforderlich. Ein linearer Vega-Term kann Krümmung gegenüber Volatilität und Kreuzwirkungen nicht erfassen.


Aggregation und Absicherung

Vega verschiedener Legs wird nur addiert, wenn Preis-, Volatilitäts- und Währungseinheiten vereinbar sind. Danach bleibt die Verteilung nach Knoten wichtig. Ein Hedge mit einer anderen Option fügt eigenes Delta, Gamma, Theta, Smile- und Liquiditätsrisiko hinzu. „Vega-neutral“ ist kein risikofreier Zustand.

Eine Absicherung mit einem Volatilitätsindex oder Future kann Basisrisiko tragen, weil dessen Methodik, Laufzeit und Rollmechanik nicht dem Optionsportfolio entsprechen. Vor einer Hedge-Aussage werden Faktordefinition, Regression oder Szenariomapping offengelegt.


Prüfliste

  1. Bedeutet ein Vega-Punkt einen Prozentpunkt oder eine Dezimaleinheit?
  2. Sind Optionspreiseinheit, Multiplikator, Kontraktzahl und Währung angegeben?
  3. Gegen welchen Surface-Knoten oder welches Verschiebungsszenario wird gemessen?
  4. Ist das Vorzeichen aus Sicht der Long Option oder der Position angegeben?
  5. Werden Laufzeiten und Moneyness vor der Aggregation sichtbar gehalten?
  6. Werden gemeinsame Bewegungen von Spot, Surface und Zeit neu bewertet?
  7. Welche Liquidität und welches Basisrisiko besitzt ein vorgesehener Hedge?

Quellen

Verwandte Themen