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Anleiheduration

Kennzahlenfamilie für Zeitstruktur und lokale relative Preisempfindlichkeit einer Anleihe gegenüber Renditeänderungen. Macaulay, modifizierte und effektive Duration unterscheiden sich.

Ganz einfach — Duration ist nicht nur „Jahre bis zur Fälligkeit“. Je nach Variante beschreibt sie den gewichteten Zahlungszeitpunkt oder die lokale Preisreaktion auf eine Renditeänderung.

Die Anleiheduration ist eine Kennzahlenfamilie. Macaulay Duration, modifizierte Duration und effektive Duration beantworten verwandte, aber nicht identische Fragen. Jede Angabe muss Variante, Renditekonvention, Währung, Bewertungsdatum und Schockdefinition nennen.

Duration, Konvexität und monetäre Änderung Die Steigung liefert die lineare Näherung; Krümmung verbessert sie; DV01 nennt den Betrag in Währung. ZINSRISIKO Duration, Konvexität und monetäre Änderung Die Steigung liefert die lineare Näherung; Krümmung verbessert sie; DV01 nennt den Betrag in Währung. 1 Macaulay Duration Barwertgewichteter durchschnittlicher Zeitpunktder Cashflows. 2 Modifizierte Duration Lineare Näherung der relativen Preisänderung. 3 Konvexität Term zweiter Ordnung für die Änderung der lokalenSteigung. 4 DV01 Lokale Geldänderung bei 0,0001 Renditebewegung. Cyclepedia · interaktive Lernkarte · Quellen und Grenzen im Artikel
Duration liefert die lokale Steigung; Konvexität beschreibt einen Teil der Krümmung.

Macaulay Duration

Die Macaulay Duration ist der barwertgewichtete durchschnittliche Zeitpunkt der Zahlungsströme. Für Cashflows CF_t, Barwerte PV(CF_t) und Preis P gilt vereinfacht:

D_Mac = Σ_t t × PV(CF_t) / P

Sie wird in Zeiteinheiten angegeben. Kuponhöhe, Laufzeit und Rendite beeinflussen die Gewichte. Zwei Anleihen gleicher Fälligkeit können deshalb verschiedene Macaulay Duration besitzen.

Modifizierte Duration

Bei einer konventionellen Rendite mit m Perioden pro Jahr kann die modifizierte Duration aus der Macaulay Duration abgeleitet werden:

D_mod = D_Mac / (1 + y/m)

Sie approximiert die relative Preisänderung bei einer kleinen parallelen Renditeänderung:

ΔP / P ≈ −D_mod × Δy

Das Minuszeichen beschreibt die übliche inverse lokale Beziehung zwischen Preis und Rendite. Die Näherung ist keine exakte Prognose für große Bewegungen.

Effektive Duration

Wenn Cashflows sich mit dem Zinsniveau ändern können — etwa bei kündbaren Anleihen oder hypothekenbesicherten Papieren — reicht eine feste Cashflowstruktur nicht. Effektive Duration verwendet eine Neubewertung nach Auf- und Abwärtsschock:

D_eff ≈ (P_− − P_+) / (2 × P_0 × Δy)

Das Ergebnis hängt vom Bewertungsmodell und vom Schock ab. Macaulay, modifizierte und effektive Duration dürfen daher nicht als austauschbare Spalten behandelt werden.

Portfolio und Kurvenrisiko

Duration kann wertgewichtet aggregiert werden, wenn Umfang und Definition konsistent sind. Ein einzelner Parallelshift-Wert verbirgt jedoch Kurvenrisiko: kurze und lange Laufzeiten können sich unterschiedlich bewegen. Key-Rate-Duration oder Szenariobewertung zerlegen dieses Risiko feiner.

Credit Spread, Liquidität, Währung und Optionen verändern den Preis zusätzlich. Eine Zinsduration beschreibt diese Risiken nicht automatisch. Der monetäre lokale Betrag eines Basispunkts wird mit DV01 ausgedrückt.

Konvexität und große Schocks

Die lineare Näherung verliert mit größerem Δy an Genauigkeit. Konvexität ergänzt einen Term zweiter Ordnung. Bei eingebetteten Optionen kann sie sich stark verändern oder negativ werden. Für wesentliche Szenarien ist vollständige Neubewertung wichtiger als das mechanische Hochrechnen einer lokalen Kennzahl.

Typischer Fehler — Duration mit Restlaufzeit gleichzusetzen oder aus ihr eine exakte Preisänderung abzuleiten. Definition, Schockgröße, Cashflows und Krümmung bestimmen die Aussage.

Daten- und Konventionskontrolle

Clean Price und Dirty Price, Settlementdatum, Stückzinsen, Tageszählung, Kuponfrequenz und Renditekonvention beeinflussen die Rechnung. Für Portfolios werden Marktwerte und Sensitivitäten auf denselben Bewertungszeitpunkt und dieselbe Währung gebracht. Bei variablen oder inflationsgebundenen Zahlungen wird der relevante Zinsfaktor explizit benannt. Ein scheinbarer Unterschied zwischen zwei Durationwerten kann aus der Konvention statt aus dem Risiko stammen; deshalb gehört die Methodenzeile direkt neben das Ergebnis.

Quellen

Weiterführende Themen