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Risiko pro Trade

Der vorab geplante Verlust zwischen Einstieg und Stop, bezogen auf die gewählte Positionsgröße. 1R ist ein Budget, keine garantierte Verlustgrenze.

Ganz einfach — Vor dem Einstieg wird festgelegt, wie viel der Trade ungefähr kosten soll, falls die Idee am Stop scheitert. Dieser geplante Betrag heißt häufig 1R.

Das Risiko pro Trade verbindet Einstieg, Stop und Positionsgröße. Es ist kein Versprechen des Marktes. Gaps, Slippage, Gebühren und eine nur teilweise Ausführung können den tatsächlichen Verlust über den Plan hinaus erhöhen.

Vom Stop zum Geldbetrag

Bei einem linearen Instrument in Kontowährung gilt als erste Näherung:

geplantes Risiko = |Einstieg − Stop| × Stückzahl + geschätzte Kosten

Bei Futures oder anderen Kontrakten kommen Tickwert, Kontraktmultiplikator und gegebenenfalls Währungsumrechnung hinzu. Die richtige Reihenfolge lautet: zuerst die fachliche Ungültigkeitsmarke wählen, dann den Abstand messen und erst danach die Stückzahl an das Budget anpassen. Einen Stop nur zu verschieben, damit eine bereits gewünschte Position passt, kehrt die Logik um.

Beispiel — Einstieg 25,00 €, Stop 24,30 €, 100 Aktien. Der geplante Preisverlust beträgt 70 €. Erfolgt die Ausführung wegen eines Gaps im Mittel zu 24,10 €, entstehen bereits 90 € Preisverlust zuzüglich Kosten.

Was 1R aussagt

R macht Trades verschiedener Geldgröße vergleichbar. Wurden 50 € als Anfangsrisiko definiert, entsprechen +100 € einem Ergebnis von +2R und −65 € einem Ergebnis von −1,3R. Für ein brauchbares Journal bleibt der Nenner das bei Eröffnung geplante Risiko; spätere Teilverkäufe oder ein nachgezogener Stop ändern das Restrisiko, schreiben aber die ursprüngliche Entscheidung nicht um.

R sagt nichts darüber, ob das Budget insgesamt tragbar war. Dazu gehören auch gleichzeitige Positionen, Korrelation, Hebel, Liquidität und eine mögliche Verlustserie.

Warum der reale Verlust abweichen kann

Ein Stop kann nach Auslösung als Market Order ausgeführt werden. Dann wird ein Preis gesucht, nicht garantiert. Eine Stop-Limit-Order begrenzt zwar den zulässigen Preis, kann aber unausgeführt bleiben. Spread, Finanzierung, Währungsumrechnung und Kommissionen müssen deshalb im Plan sichtbar sein.

Typischer Fehler — 1R als „maximalen Verlust“ zu bezeichnen. Es ist eine überprüfbare Planungseinheit unter Ausführungsannahmen, keine Versicherung.

Praktische Kontrolle

Dokumentiere vor dem Auftrag Ungültigkeitsniveau, Stückzahl, angenommenen Ausführungstyp und Kosten. Vergleiche danach geplantes und realisiertes R. Erst viele sauber dokumentierte Beobachtungen zeigen, ob die Planungsannahmen zur tatsächlichen Ausführung passen.

Quellen

Weiterführende Themen