Ganz einfach — Die Idee bestimmt, wo sie falsch wäre. Das Risikobudget bestimmt, wie viele Einheiten dazu passen. Die gewünschte Stückzahl darf nicht den Stop bestimmen.
Positionsgrößenbestimmung ist der Schritt zwischen Analyse und Order. Sie übersetzt ein geplantes Risiko pro Trade in eine handelbare Anzahl Aktien, Kontrakte oder Einheiten.
Die Grundrechnung
Für ein lineares Instrument lautet die vereinfachte Beziehung:
Stückzahl = Risikobudget / Risiko je EinheitDas Risiko je Einheit umfasst den Abstand zwischen geplantem Einstieg und Stop, zuzüglich geschätzter Kosten. Bei Futures wird der Abstand in Ticks mit dem Tickwert multipliziert. Bei Fremdwährungen muss die Umrechnung zur Kontowährung auf demselben Bewertungszeitpunkt beruhen.
Beispiel — Bei 120 € Budget und 1,15 € Preisrisiko plus 0,05 € Kosten je Aktie ergibt sich 120 / 1,20 = 100 Aktien. Sind nur ganze Kontrakte handelbar, wird konservativ abgerundet und anschließend neu geprüft.
Vier Prüfungen vor der Order
Erstens muss der Stop fachlich begründet sein. Zweitens werden Produktspezifikation, Tickwert und Multiplikator verifiziert. Drittens wird die berechnete Position gegen verfügbares Kapital, Margin und interne Exposure-Limits geprüft. Viertens wird kontrolliert, ob Spread, Markttiefe und erwartete Slippage die Annahmen unbrauchbar machen.
Eine rechnerisch passende Position kann operativ zu groß sein. Das gilt etwa, wenn sie im Orderbuch nur mit erheblichem Market Impact geschlossen werden könnte oder wenn mehrere Positionen auf denselben Risikofaktor reagieren.
Was die Formel nicht löst
Die Rechnung garantiert weder den Stop-Preis noch einen positiven Erwartungswert. Bei Gaps kann die Ausführung deutlich schlechter sein. Bei Optionen ändern sich Sensitivitäten und Wert nicht linear; bei Short-Positionen, Derivaten und gehebelten Produkten können zusätzliche Margin- und Liquiditätsanforderungen entstehen. Dann ist eine Vollbewertung oder ein explizites Szenario sinnvoller als eine einzige lineare Distanz.
Professionelle Dokumentation
Eine reproduzierbare Regel nennt Kontobasis, Risikoeinheit, Rundungsmethode, Kostenmodell, Behandlung offener Orders, Korrelations- oder Portfolio-Limit und Vorgehen bei Datenfehlern. Nach der Ausführung werden geplante und tatsächliche Stückzahl, Durchschnittspreis und Verlustabweichung gespeichert. So wird aus einer Formel ein kontrollierbarer Prozess.
Typischer Fehler — „Ein Prozent pro Trade“ ohne Definition von Kapitalbasis, gleichzeitigem Risiko und Ausführungsannahmen. Eine Prozentzahl ist erst mit ihrem vollständigen Bezugsrahmen prüfbar.
Quellen
- CME Group, Proper Position Size.
- U.S. SEC, Investor.gov, Trading Basics.
- U.S. SEC, Investor.gov, Understanding Margin Accounts.