Ganz einfach — Der Stop-Abstand hilft, das geplante Risiko je Einheit zu schätzen. Das Budget begrenzt die dazu passende Stückzahl. Gaps, Slippage oder ausbleibende Ausführung können trotzdem einen höheren Verlust verursachen. Die gewünschte Stückzahl darf nicht den Stop bestimmen.
Positionsgrößenbestimmung ist der Schritt zwischen Analyse und Order. Sie übersetzt ein geplantes Risiko pro Trade in eine handelbare Anzahl Aktien, Kontrakte oder Einheiten.
Die Grundrechnung
Für ein lineares Instrument bezeichnet B das Risikobudget in Kontowährung und C_f die geschätzten festen Ein- und Ausstiegskosten in derselben Währung. E ist der Einstieg, S der Stop und V der Geldwert eines Punktes je Einheit oder Kontrakt. F gibt Einheiten der Kontowährung je Einheit der Währung von V an (1 bei gleicher Währung). C_u umfasst variable Ein- und Ausstiegskosten sowie geschätzte Slippage je Einheit, bereits in Kontowährung.
Risiko je Einheit = |E − S| × V × F + C_uTheoretische Stückzahl = (B − C_f) / Risiko je EinheitEin Abstand in Punkten wird mit dem Punktwert multipliziert, eine Anzahl Ticks mit dem Tickwert. Bei linearen Futures gilt V = Tickwert / Tickgröße in Punkten. Bei linearen Devisenprodukten und CFDs muss der Wert je Lot zur Abstandseinheit passen; für Pips ist der Pipwert erforderlich. Die Währungsumrechnung erfolgt nur einmal und muss auf einem konsistenten Bewertungszeitpunkt beruhen.
Den Quotienten nicht verwenden, wenn B ≤ C_f oder das Risiko je Einheit null oder negativ ist. Auch ein Stop direkt am Einstieg verlangt eine Prüfung; er macht den Trade nicht risikofrei. Preise, Geldwerte, Umrechnung und Kosten validieren, ohne Spread oder Gebühren doppelt anzurechnen.
Auf das handelbare Mengeninkrement Δq abrunden. Sind erlaubte Mengen dessen Vielfache:
Stückzahl = floor(theoretische Stückzahl / Δq) × ΔqMindestmenge und Inkrement können verschieden sein. Danach Mindestmenge, etwaigen Mindestorderwert und weitere Produktregeln prüfen. Passt keine erlaubte positive Menge ins Budget, wird keine Position eröffnet. Bei einem anderen Mengenraster die größte erlaubte Menge wählen, die die theoretische Menge nicht übersteigt; niemals aufrunden, um das Minimum zu erreichen.
Beispiel — Hypothetisches lineares Instrument: 500 € Budget, 20 € geschätzte feste Kosten, 30 Ticks Stop-Abstand und 10 €/Tick je Kontrakt. Hier gilt zur Vereinfachung C_u = 0; reale Ausführung wird dadurch nicht als frei von variablen Kosten oder Slippage vorausgesetzt. Das geschätzte Preisrisiko beträgt 30 × 10 = 300 € je Kontrakt. (500 − 20) / 300 = 1,6; bei Mindestmenge und Inkrement von einem Kontrakt ergibt das 1. Einschließlich fester Kosten beträgt der geplante Verlust 320 €, bei 2 Kontrakten wären es 620 €.
Mit C_u = 10 € je Kontrakt steigt das Risiko je Einheit auf 310 €: 480 / 310 ≈ 1,548. Es bleibt bei 1 Kontrakt, mit einer Gesamtschätzung von 330 €; bei 2 Kontrakten wären es 640 €. Das sind Schätzungen unter den genannten Annahmen, keine garantierten Höchstverluste.
Vier Prüfungen vor der Order
Erstens muss der Stop fachlich begründet sein. Zweitens werden Produktspezifikation, Tickwert, Multiplikator, Mindestmenge und Mengeninkrement verifiziert. Spread, Gebühren und geschätzte Slippage gehen vor der Mengenberechnung in das Kostenmodell ein; Gap-Szenarien werden gesondert geprüft. Drittens wird die berechnete Position gegen verfügbares Kapital, Margin und interne Exposure-Limits geprüft. Viertens wird kontrolliert, ob Spread, Markttiefe und erwartete Slippage die Annahmen unbrauchbar machen.
Eine rechnerisch passende Position kann operativ zu groß sein. Das gilt etwa, wenn sie im Orderbuch nur mit erheblichem Market Impact geschlossen werden könnte oder wenn mehrere Positionen auf denselben Risikofaktor reagieren.
Was die Formel nicht löst
Die Rechnung garantiert weder den Stop-Preis noch einen positiven Erwartungswert. Bei Gaps kann die Ausführung deutlich schlechter sein; eine Stop-Limit-Order kann unausgeführt bleiben. Margin ist weder Risikobudget noch maximaler Verlust: Bei Futures ist sie eine Sicherheitsleistung zum Eröffnen und Halten der Position. Ausreichende Margin beweist nicht, dass die Stückzahl das geplante Risiko einhält. Bei Optionen ändern sich Sensitivitäten und Wert nicht linear; bei Short-Positionen, Derivaten und gehebelten Produkten können zusätzliche Margin- und Liquiditätsanforderungen entstehen. Dann ist eine Vollbewertung oder ein explizites Szenario sinnvoller als eine einzige lineare Distanz.
Professionelle Dokumentation
Eine reproduzierbare Regel nennt Kontobasis, Risikoeinheit, Rundungsmethode, Kostenmodell, Behandlung offener Orders, Korrelations- oder Portfolio-Limit und Vorgehen bei Datenfehlern. Nach der Ausführung werden geplante und tatsächliche Stückzahl, Durchschnittspreis und Verlustabweichung gespeichert. So wird aus einer Formel ein kontrollierbarer Prozess.
Typischer Fehler — „Ein Prozent pro Trade“ ohne Definition von Kapitalbasis, gleichzeitigem Risiko und Ausführungsannahmen. Eine Prozentzahl ist erst mit ihrem vollständigen Bezugsrahmen prüfbar.
Quellen
- CME Group, Proper Position Size.
- CME Group, Calculating Futures Contract Profit or Loss, „Value of a One-Tick Move“ und „Calculation Example“ — Tickgröße, Tickwert und Tickanzahl.
- CME Group, The Benefits of Futures Margins — Sicherheitsleistung, Maintenance Margin und mögliche Liquidation.
- U.S. SEC, Investor.gov, Stop, Stop-Limit, and Trailing Stop Orders, „Stop Order“ und „Stop-Limit Order“ — Trigger, Ausführungspreis und mögliche Nichtausführung; das Bulletin behandelt Aktien.
- U.S. SEC, Investor.gov, An Introduction to Options.
Quellen am 8. September 2026 abgerufen. Kostenformeln, Eingabeprüfungen und Rundung sind didaktische Ausarbeitungen von Cyclepedia; tatsächliche Parameter anhand der Produkt- und Brokerspezifikationen prüfen.