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Nominalwert

Referenzbetrag eines Instruments oder Derivats. Er beschreibt den Umfang des Vertrags, ist aber weder automatisch Marktwert noch Margin oder möglicher Verlust.

Ganz einfach — Der Nominalwert sagt, auf welchen Betrag sich ein Vertrag bezieht. Er sagt nicht automatisch, wie viel Geld bezahlt wurde oder wie viel verloren werden kann.

Der Nominalwert (notional value) ist ein Referenzbetrag. Bei einem Future ergibt er sich häufig aus Preis mal Kontraktmultiplikator; bei einem Zinsswap dient er als Basis für Zahlungsberechnungen. Er ist vom Marktwert, von der hinterlegten Margin und vom tatsächlichen Risiko zu trennen.

Beispiele nach Instrument

Bei einem Futures-Kontrakt kann gelten:

Nominalwert = Futures-Preis × Kontraktmultiplikator × Kontrakte

Eine Option bezieht sich ebenfalls auf einen Basiswert und einen Multiplikator. Ihr Marktwert ist jedoch die Prämie, während ihr ökonomisches Exposure von Delta, Gamma, Volatilität und Laufzeit abhängt. Bei linearen Perpetual- oder CFD-Positionen wird der Nominalwert oft aus Menge und Referenzpreis gebildet; Abrechnungs- und Gebührenregeln bleiben produktspezifisch.

Vier Größen, vier Fragen

Der Marktwert beantwortet: „Was ist die Position jetzt wert?“ Der Nominalwert fragt: „Auf welchen Umfang bezieht sich der Vertrag?“ Die Margin fragt: „Welche Sicherheit wird aktuell verlangt?“ Das Risiko fragt: „Wie kann sich der Wert unter Preis-, Volatilitäts-, Liquiditäts- oder Ausfalländerungen bewegen?“

Darum bedeutet ein Nominalwert von 100.000 € weder, dass 100.000 € investiert wurden, noch dass genau dieser Betrag verloren werden kann. Zwei Derivate mit gleichem Nominalwert können völlig verschiedene Sensitivitäten besitzen.

Vom Nominalwert zum Exposure

Für lineare Instrumente ist der Nominalwert eine nützliche erste Skala. Für Optionen kann ein Delta-äquivalentes Exposure näher an der lokalen Preisempfindlichkeit liegen. Für Zinspositionen können DV01 oder Duration die relevantere Einheit sein. Kredit- und Gegenparteirisiko benötigen wiederum eigene Bewertungs- und Nettingregeln.

Die passende Kennzahl hängt deshalb von der Frage ab. Brutto- und Netto-Nominalwerte dürfen nur bei konsistentem Produktumfang, Vorzeichen, Währung und Bewertungszeitpunkt zusammengeführt werden.

Typischer Fehler — Nominalwert durch Kontoeigenkapital zu teilen und das Ergebnis ohne Produktkontext als vollständiges Risiko zu bezeichnen. Die Quote misst eine Form von Hebel, nicht alle Verlustwege.

Kontrollfragen

Notiere Multiplikator, Preisquelle, Währung, Long-/Short-Vorzeichen und Bewertungszeitpunkt. Prüfe dann, welche Sensitivität für die Entscheidung gebraucht wird, welche Margin gebunden ist und ob Funding, Gebühren oder Liquidation vom Nominalwert abhängen.

Quellen

Weiterführende Themen