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Margin

Vermögenswert oder Betrag, den ein Broker oder Clearinghaus als Sicherheit verlangt. Margin ist kein Kaufpreis und keine garantierte Verlustgrenze.

Ganz einfach — Margin ist eine Sicherheit für eine Position. Sie ist nicht der Gesamtwert des Geschäfts und stoppt einen Verlust nicht automatisch.

Die Margin ist Kapital oder ein anrechenbarer Vermögenswert, den ein Intermediär, eine Börse oder ein Clearinghaus zur Absicherung verlangt. Ihre Bedeutung unterscheidet sich zwischen Wertpapierkredit, Futures, Optionen und anderen Derivaten. Deshalb muss immer der konkrete Vertrag gelesen werden.

Anfangs- und Erhaltungsmargin

Die Initial Margin ist die beim Aufbau verlangte Sicherheit. Die Maintenance Margin bezeichnet eine Schwelle, die während der offenen Position einzuhalten ist. Marktbewegungen, Volatilität oder geänderte Risikoparameter können die verfügbare Deckung reduzieren oder die Anforderung erhöhen.

Wird die Schwelle unterschritten, kann ein Nachschuss verlangt werden. Je nach Regelwerk und Vertrag darf der Anbieter Positionen auch ohne vorherige Zustimmung schließen. Zeitpunkt, Reihenfolge und Preis dieser Schließung sind nicht garantiert.

Margin, Nominalwert und Eigenkapital

Ein Future kann einen großen Nominalwert besitzen, obwohl nur ein Bruchteil als Margin hinterlegt wird. Dieser Bruchteil ist keine Schätzung des maximalen Verlusts. Er ist eine dynamische Sicherheitsanforderung.

Im Marginkonto für Wertpapiere entsteht zusätzlich ein Kreditverhältnis. Zinsen, Beleihungswerte und House Requirements beeinflussen die verfügbare Kaufkraft. Ein Broker darf Anforderungen strenger setzen als regulatorische Mindestwerte.

Warum Anforderungen springen können

Marginmodelle reagieren auf Preisbewegung, Volatilität, Konzentration, Korrelation und Liquidität. In Stressphasen können sinkendes Eigenkapital und steigende Anforderungen gleichzeitig auftreten. Das erzeugt Funding-Liquiditätsrisiko: Eine wirtschaftlich sinnvolle Position kann geschlossen werden müssen, weil rechtzeitig keine geeignete Sicherheit verfügbar ist.

Typischer Fehler — „Ich riskiere nur die Margin.“ Tatsächlich bestimmt die Marktbewegung des gesamten Exposures den P&L; die Margin bestimmt, wie lange die Position finanziell aufrechterhalten werden kann.

Was vor Eröffnung dokumentiert wird

Prüfe Initial und Maintenance Margin, akzeptierte Sicherheiten, Währung, Bewertungsrhythmus, Intraday-Nachforderungen, Liquidationsrechte, Zinsen und Gebühren. Simuliere sowohl einen Preisverlust als auch eine höhere Anforderung. Nur beide zusammen zeigen, ob die Position tragbar ist.

Quellen

Weiterführende Themen