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Zwangsliquidation

Vom Intermediär ausgelöste Schließung oder Reduzierung einer Position, wenn Sicherheiten, Kredit- oder Risikobedingungen nicht mehr erfüllt sind.

Ganz einfach — Reicht die verlangte Sicherheit nicht mehr, kann der Anbieter eine Position verkleinern oder schließen. Er wartet dabei nicht zwingend auf den eigenen Stop des Traders.

Eine Zwangsliquidation ist eine vom Intermediär veranlasste Schließung. Sie kann eintreten, wenn Eigenkapital oder Margin unter eine Anforderung fallen, ein Kreditlimit verletzt wird oder der Vertrag weitere Schutzrechte vorsieht.

Typischer Ablauf

Eine ungünstige Marktbewegung senkt zunächst den Positionswert oder das Kontoeigenkapital. Gleichzeitig kann die erforderliche Margin steigen. Wird keine zusätzliche Sicherheit rechtzeitig bereitgestellt, reduziert der Anbieter eine oder mehrere Positionen nach seinen Regeln. Welche Position zuerst betroffen ist, ist nicht immer frei wählbar.

Der Liquidationspreis ist häufig ein berechneter Hinweis, kein garantiertes Ausführungsniveau. Gebühren, Spread, Markttiefe und die Bewegung zwischen Trigger und Ausführung verändern das Ergebnis.

Nicht mit Stop Loss verwechseln

Ein Stop ist eine vom Trader vorab definierte Orderbedingung. Die Liquidation folgt dagegen dem Kredit-, Margin- oder Risikomechanismus des Anbieters. Beide können bei schnellen Märkten schlechter als erwartet ausgeführt werden. Ein Stop schützt daher nicht sicher vor einer Liquidation, vor allem bei Gaps oder wenn die Position im Verhältnis zur Sicherheit sehr groß ist.

Unterschiedliche Produkte

Bei Wertpapier-Marginkonten kann der Broker zusätzliche Mittel verlangen und Wertpapiere verkaufen. Bei Futures werden Gewinne und Verluste laufend verrechnet und Marginanforderungen angepasst. Bei Krypto-Derivaten hängen Schwellen, Versicherungsfonds und automatische Deleveraging-Regeln vom Anbieter ab. Gemeinsame Begriffe bedeuten nicht identische Verträge.

Typischer Fehler — Den angezeigten Liquidationspreis als festen Rettungsanker zu behandeln. Er kann sich mit Gebühren, Funding, zusätzlicher Positionierung und Marginregeln verändern.

Vorsorge

Vor dem Handel gehören Bewertungsformel, Maintenance Margin, mögliche Intraday-Anforderungen, Reihenfolge der Schließung und Nachschusspflichten in die Dokumentation. Ein Stresstest sollte Preisgap, Liquiditätsmangel und gleichzeitig höhere Anforderungen kombinieren. Ausreichender Abstand ist keine universelle Prozentzahl, sondern hängt von Volatilität, Produkt und Schließbarkeit ab.

Quellen

Weiterführende Themen