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Dow-Theorie: Quellen, Grundsätze und historische Grenzen

Was Dow, Nelson, Hamilton und Rhea tatsächlich dokumentieren: Marktbewegungen, bestätigende Durchschnitte, Linien und Grenzen der modernen sechs Leitsätze.

Einfach erklärt — Die Dow-Theorie beobachtet den Markt über Durchschnitte, trennt Bewegungen verschiedener Größenordnung und verlangt Bestätigung, bevor ein Signal Gewicht erhält. Sie ist kein fertiger Algorithmus.

Dow-Theorie · Barometer statt AlgorithmusVier Kontrollen trennen den historischen Kern von der modernen Kurzform. Dow-Theorie · Barometer statt Algorithmus Vier Kontrollen trennen den historischen Kern von der modernen Kurzform. EBENE Drei Bewegungen bestehengleichzeitig. BÜNDELUNG Der Durchschnitt mindertEinzeltitelrauschen. BESTÄTIGUNG Zwei Durchschnitte stützeneine Richtung. GRENZEN Keine Dauer oder Prognose istgarantiert. MARKET BAROMETER Eine Station antippen · Bedeutung bleibt ohne Interaktion sichtbar
Das Barometer stellt vier Fragen vor jeder Anwendung. Einen Bereich antippen, um ihn zu vertiefen.
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Historisch dokumentierte Aussagen

Die Theorie geht auf Leitartikel von Charles H. Dow zurück, erhielt ihre bekannte Form aber erst nach seinem Tod. Nelson sammelte 1903 Texte, Hamilton entwickelte die Lesart 1922 und Rhea systematisierte sie 1932.

Der dokumentierte Kern umfasst mehrere Aussagen: Bewegungen unterschiedlicher Größe bestehen gleichzeitig; ein Durchschnitt bildet den Gesamtmarkt besser ab als eine einzelne Aktie; Industrie- und Eisenbahndurchschnitt müssen sich stützen; eine länger anhaltende enge Spanne kann eine Linie bilden; Hochs und Tiefs helfen, die Hauptbewegung zu erkennen; und Durchschnitte wirken als Barometer verteilter Informationen und Erwartungen.

Diese Aussagen liefern allein weder Einstieg noch Ausstieg oder Positionsgröße.

Die modernen „sechs Leitsätze“

Heutige Lehrbücher fassen häufig zusammen: Der Markt diskontiert alles, es gibt drei Trendgrade, der Primärtrend durchläuft Phasen, Durchschnitte und Volumen müssen bestätigen, und der Trend gilt bis zum Umkehrsignal.

Die Zusammenfassung ist nützlich, aber kein von Dow unterzeichnetes Dokument. Das Volumen zeigt die Schwierigkeit: Hamilton beobachtet typische Aktivitätsmuster, bezeichnet das Volumen jedoch auch als relativ und weniger bedeutsam als oft angenommen. Die Bestätigung zwischen Durchschnitten ist historisch präziser gefasst.

Wie die Theorie gelesen wird

Zuerst ist zu bestimmen, welche der drei Bewegungen untersucht wird. Ein Tagesanstieg kann Teil einer sekundären Abwärtsreaktion innerhalb einer primären Aufwärtsbewegung sein.

Danach wird der Gesamtmarkt betrachtet. Eine Einzelaktie kann auf firmenspezifische Nachrichten reagieren; der Durchschnitt mindert diesen Effekt. Schließlich wird Bestätigung gesucht. Beide Reihen dürfen an verschiedenen Tagen ausbrechen, sollen aber in derselben Richtung zusammenlaufen.

Was das Barometer nicht beantwortet

Die Methode prognostiziert weder genaue Dauer und Reichweite noch den exakten Wendepunkt. Eine Linie kann während ihrer Entstehung erkannt werden, doch Akkumulation oder Distribution erhalten erst nach der Auflösung stärkere Evidenz.

Für ein reproduzierbares Verfahren müssen Reihen, Daten, Ausbruch, zulässige Verzögerung, Kosten und Invalidierung festgelegt werden.

Fortgeschritten: Gültigkeit und empirische Prüfung

Die Theorie entstand auf preisgewichteten US-Durchschnitten in einer Wirtschaft, in der Industrie und Eisenbahn eng verbunden waren. Ihre Anwendung auf Sektoren, ETFs, Futures oder Kryptoassets verlangt Entscheidungen, die in den Quellen fehlen.

Cowles bewertete Hamiltons Hinweise 1934 gegenüber Buy and Hold ungünstig. Brown, Goetzmann und Kumar kodierten 1998 dieselben Leitartikel neu und fanden günstigere risikobereinigte Ergebnisse. Der Unterschied zeigt, wie stark die nachträgliche Übersetzung diskretionärer Kommentare in Regeln von Forschungsentscheidungen abhängt.

Operative Grenze — Eine historische Rekonstruktion beweist keine zukünftige Rendite einer modernen Anpassung. Jede Version muss eigenständig definiert und geprüft werden.

Quellen

  • S. A. Nelson, The A B C of Stock Speculation, 1903, Kap. V–IX, Internet Archive.
  • William Peter Hamilton, The Stock Market Barometer, 1922, Kap. I, III, XIII und XV, Internet Archive.
  • Robert Rhea, The Dow Theory, 1932, Open Library.
  • Brown, Goetzmann und Kumar, „The Dow Theory: William Peter Hamilton's Track Record Reconsidered“, 1998, doi:10.1111/0022-1082.00054.

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