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CAGR und Annualisierung

CAGR ist der konstante jährliche Äquivalenzsatz zwischen zwei positiven Werten. Er ist kein arithmetischer Mittelwert, beschreibt den Pfad nicht und verlangt Vorsicht bei Cashflows und kurzen Perioden.

Für wen ist dieser Artikel gedacht? — Für alle, die Ergebnisse unterschiedlicher Laufzeit vergleichen und Gesamtwachstum in einen jährlichen Äquivalenzsatz übersetzen wollen, ohne ihn mit einem Renditemittel oder einer Prognose zu verwechseln.

Die Compound Annual Growth Rate (CAGR) ist der konstante Jahressatz, der einen Anfangs- und Endwert durch Zinseszins verbindet. Mit Anfangswert Vᵢ, Endwert V𝒻 und Laufzeit Y in Jahren:

CAGR = (V𝒻 / Vᵢ)^(1 / Y) − 1

Sie ersetzt einen möglicherweise unruhigen realen Pfad durch ein gleichmäßiges mathematisches Äquivalent. Die Formel setzt ein konsistentes Wachstumsverhältnis und strikt positive Werte voraus. Kontosalden mit zwischenzeitlichen Ein- oder Auszahlungen reichen nicht: Dann ist ein Teil der Veränderung kein Ertrag.

CAGR und Annualisierung Ein Äquivalenzsatz fasst Anfangswert, Endwert und Dauer zusammen CAGR und Annualisierung Ein Äquivalenzsatz fasst Anfangswert, Endwert und Dauer zusammen CAGR = (V_T / V₀)^(1/T) − 1 Anfangswert V₀Endwert V_Ttatsächlicher Pfadäquivalenter Jahressatz Dauer T In Jahren mit konsistenten Daten undDay-count-Konventionen ausgedrückt. Externe Cashflows Einfacher CAGR neutralisiert sie nicht;eine cashflowsensitive Kennzahl istnötig. Verborgener Pfad Derselbe CAGR kann mit sehrverschiedener Volatilität undverschiedenen Drawdowns einhergehen. Cyclepedia · Lehrgrafik: Konventionen, Zeitraum und Daten angeben
CAGR verbindet nur die Endpunkte; Schwankungen und Drawdowns verbleiben im realen Pfad.

Zinseszins und geometrisches Mittel

Für einfache Periodenrenditen gilt:

kumulierte Rendite = ∏ₜ (1 + rₜ) − 1

Bei homogenen vollen Jahren entspricht CAGR dem geometrischen Mittel der Bruttofaktoren minus eins. Für positive Endpunktverhältnisse gilt auch:

CAGR = exp[ln(V𝒻 / Vᵢ) / Y] − 1

Ein Portfolio gewinnt 20 % und verliert im Folgejahr 20 %. Das arithmetische Mittel ist null, doch:

100 × 1,20 × 0,80 = 96

Kumuliert sind es −4 %, der CAGR liegt bei etwa −2,02 %. Ein Monatsmittel mal zwölf ist deshalb nicht allgemein die zusammengesetzte Jahresrendite.

Kalender und Annualisierung

Die Laufzeit gehört zum Ergebnis. Für nicht ganzjährige Zeiträume sind Datumskonvention, Kalender, Zeitzone und Schaltjahre offenzulegen. Eine mögliche Annualisierung einer Rendite über D Tage ist:

r_jährlich = (1 + r_Zeitraum)^(Jahresbasis / D) − 1

Die Jahresbasis kann 365 Kalendertage oder eine andere erklärte Basis sein. Das Ergebnis ist eine mathematische Umrechnung, kein Nachweis der Wiederholbarkeit. Wenige positive Wochen können annualisiert eine ökonomisch unrepräsentative Zahl erzeugen. GIPS verlangt in seinem Geltungsbereich, Perioden unter einem Jahr nicht zu annualisieren. Annualisierung von Volatilität oder Sharpe Ratio folgt anderen Regeln; Faktoren wie √12 oder √252 benötigen Annahmen über zeitliche Abhängigkeit.

Cashflows, Kosten und Vergleichbarkeit

Bei externen Cashflows vermischt V𝒻/Vᵢ Rendite und Kapital. Ein Kontostand von 160.000 nach Start bei 100.000 und Einzahlung von 50.000 ist kein Wachstum von 60 %. Ein interpretierbarer CAGR kann auf einem unitisierten TWR beruhen. Geht es um die Erfahrung des Kapitals, ist MWR direkter. Bei Null-Anfangswert existiert das Verhältnis nicht; negative Verhältnisse können keine passende reelle Wurzel besitzen. Daten dürfen nicht durch willkürliche Konstanten „repariert“ werden.

Vergleichbare CAGR benötigen dieselbe Renditevariante, Währung, Kosten- und Steuerbehandlung. Price Return lässt Ausschüttungen aus, Total Return reinvestiert sie; gross und net total return können sich durch angenommene Quellensteuern unterscheiden. Ein Euro-CAGR und ein Dollar-CAGR enthalten verschiedene FX-Effekte. Auch ein Benchmark muss den gleichen Zeitraum, Kalender und eine kompatible Renditevariante besitzen.

Was CAGR nicht zeigt

CAGR zeigt weder Volatilität, Renditereihenfolge und Maximum Drawdown noch Tail-, Hebel-, Liquiditäts- oder Konzentrationsrisiko. Zwei Portfolios mit identischem CAGR können völlig verschiedene Pfade besitzen. Gerade bei kurzen oder volatilen Stichproben kann eine kleine Verschiebung der Start- oder Enddaten das Ergebnis stark ändern. Die Daten dürfen nicht erst nach Betrachtung der Serie passend ausgewählt werden.

Eine reproduzierbare Veröffentlichung nennt Start- und Endwert samt Datum, exakte Dauer und Kalender, Ausgangsserie und Cashflow-Behandlung, Renditekonvention, Reinvestition, Basiswährung und Hedge, Brutto-/Nettoinhalt, Formel und Rundung sowie kompatiblen Benchmark und Pfad-Risikokennzahlen.

Stichtagseffekt und rollierende Betrachtung

Da nur zwei Endpunkte in die Standardformel eingehen, kann ein ungewöhnlich hoher oder niedriger Schlusswert den CAGR stark prägen. Eine rollierende Darstellung über feste, vorab definierte Laufzeiten zeigt, ob das Ergebnis in vielen Startpunkten ähnlich oder nur für eine besondere Auswahl günstig ist. Die überlappenden Fenster sind allerdings nicht unabhängig und dürfen nicht als Vielzahl separater Beweise gezählt werden.

Auch Inflation gehört zur ökonomischen Einordnung. Ein nominaler CAGR kann positiv sein, während die reale Kaufkraft sinkt. Nominale Portfoliorendite und Inflationsreihe müssen dabei zeitlich und geografisch zusammenpassen; eine einfache Subtraktion ist nur eine Näherung, während exakt (1+r_nominal)/(1+Inflation)−1 gilt. Ob eine reale Darstellung zweckmäßig ist, hängt vom Mandat ab, doch ihre Konvention sollte genauso transparent sein wie die nominale.

Typischer Fehler — CAGR als tatsächlich in jedem Jahr verdiente Rendite oder als Zukunftsprognose auszugeben. Er ist nur der konstante Äquivalenzsatz zwischen zwei Endpunkten.

Quellen

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