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Zeitgewichtete Rendite (TWR)

Methode, die Höhe und Zeitpunkt externer Cashflows neutralisiert, indem sie den Messzeitraum in Teilperioden zerlegt und deren Renditen geometrisch verkettet.

Für wen ist dieser Artikel gedacht? — Für alle, die eine Strategie bei Ein- und Auszahlungen bewerten, die nicht vom Manager entschieden werden, und Marktleistung von bewegtem Kapital trennen wollen.

Die zeitgewichtete Rendite, englisch time-weighted return (TWR), neutralisiert Höhe und Zeitpunkt externer Cashflows. Dafür wird der Zeitraum an jeder Ein- oder Auszahlung geteilt, die Rendite jeder Teilperiode berechnet und anschließend geometrisch verkettet. Beim true TWR erfolgt an jedem externen Cashflow eine verlässliche Bewertung nach einer konsistenten Zeitkonvention.

Der TWR beantwortet primär: Wie entwickelte sich eine der Strategie anvertraute Kapitaleinheit, ohne den Manager für extern bestimmte Cashflows zu belohnen oder zu bestrafen? Er muss nicht die wirtschaftliche Erfahrung des Eigentümers abbilden; dafür kann der MWR informativer sein.

TWR: durch Cashflows getrennte Teilperioden verketten Die Kennzahl neutralisiert Höhe und Zeitpunkt externer Cashflows TWR: durch Cashflows getrennte Teilperioden verketten Die Kennzahl neutralisiert Höhe und Zeitpunkt externer Cashflows TWR = ∏ⱼ(1 + Rⱼ) − 1 Anfangswertexterner Cashflowexterner CashflowEndwertR1R2R3 Teilen Jeder externe Cashflow begrenzt nachder gewählten Konvention eineTeilperiode. Berechnen Jedes Rⱼ misst die Rendite desverwalteten Kapitals in seinerTeilperiode. Verketten Die Faktoren 1 + Rⱼ werdenmultipliziert, nicht arithmetischgemittelt. Cyclepedia · Lehrgrafik: Konventionen, Zeitraum und Daten angeben
Jeder externe Cashflow setzt eine Messgrenze: Das Kapital ändert sich, die Rendite der abgeschlossenen Teilperiode bleibt getrennt.

Was neutralisiert wird

Ein externer Cashflow überschreitet die Portfoliogrenze: Einzahlung, Zeichnung, Entnahme, Rückzahlung oder Wertpapierübertrag. Umschichtungen innerhalb des Portfolios sowie dort verbleibende Dividenden und Kupons sind intern. Der TWR neutralisiert die arithmetische Wertänderung durch den Cashflow, nicht aber Anlageentscheidungen, Umsetzungskosten, Gewichtsdrift, Datenfehler oder die gewählte Gebühren- und Steuerkonvention.

Formel des true TWR

Vₖ₋₁⁺ bezeichnet den Wert unmittelbar nach dem vorigen Fluss, Vₖ⁻ den Wert unmittelbar vor dem nächsten. Dann gilt:

rₖ = Vₖ⁻ / Vₖ₋₁⁺ − 1

Ist Cₖ bei Einzahlung positiv und bei Entnahme negativ, lautet der neue Startwert Vₖ⁺ = Vₖ⁻ + Cₖ. Für alle Teilperioden:

TWR = Πₖ(1 + rₖ) − 1

Eine Summe oder ein arithmetisches Mittel ist kein kumulierter TWR. Der Name „zeitgewichtet“ verlangt auch keine Multiplikation jeder Rendite mit Tagen. Pre- und Post-Cashflow-Notation verhindert Zweideutigkeit: Beginning-of-day- und End-of-day-Konvention können jeweils konsistent sein, dürfen aber nicht zwischen Portfolios oder Daten gemischt werden.

Beispiel mit Einzahlung

Ein Portfolio startet bei 100 und ist unmittelbar vor einer Einzahlung 110 wert:

r₁ = 110 / 100 − 1 = +10 %

Dann werden 90 eingezahlt; post Cashflow beträgt der Wert 200. Am Ende liegt er bei 190:

r₂ = 190 / 200 − 1 = −5 %
TWR = (1 + 10 %) × (1 − 5 %) − 1 = +4,5 %

Die monetäre Änderung nach Abzug der Einzahlung ist dagegen 190 − 100 − 90 = 0. Das ist kein Widerspruch: Im positiven Abschnitt war viel weniger Kapital investiert als im negativen. TWR und MWR gewichten dieselben Ereignisse entsprechend ihren unterschiedlichen Fragestellungen.

True TWR und Schätzverfahren

Das GIPS-Handbuch beschreibt true TWR als tägliche oder an jedem externen Cashflow berechnete und geometrisch verkettete Renditen. Fehlt eine Bewertung an jedem Fluss, wird bisweilen Modified Dietz geschätzt:

R_MD = (V_E − V_B − Σᵢ Cᵢ) / (V_B + Σᵢ wᵢCᵢ)

wᵢ approximiert den Periodenanteil, während dessen der Cashflow investiert war. Modified Dietz ist kein true TWR und kann bei großen Cashflows in stark nichtlinearen Renditepfaden ungenauer werden. „Groß“ ist keine universelle Zahl; eine Policy muss die Schwelle relativ zu Portfolio, Strategie, Bewertungsfrequenz und Verzerrungsrisiko festlegen. Eine TWR-Formel allein begründet zudem keine GIPS-Konformität, die das gesamte Regelwerk betrifft.

TWR und MWR

Aspekt TWR MWR / IRR
Cashflows neutralisiert Höhe und Timing bezieht beides ein
Frage Verlauf von Strategie oder Mandat Erfahrung des investierten Kapitals
Kerndaten Bewertungen an Cashflow-Grenzen datierte Cashflows und Endwert
Verknüpfung Produkt der Teilperiodenrenditen Abzinsungsgleichung
Empfindlichkeit Bewertungen und Zeitkonvention Timing, Beträge und IRR-Probleme

Wer den Cashflow kontrolliert, ist für die Interpretation zentral. Bei illiquiden Anlagen oder vom Manager gesteuerten Abrufen und Ausschüttungen kann MWR einen wesentlichen Ergebnisanteil erfassen. Beide Kennzahlen nebeneinander erklären oft die Differenz zwischen Strategie- und Anlegererfahrung.

Kosten, Währung und Composite

„Brutto“ oder „netto“ muss die behandelten Handels-, Management-, Verwahr-, Performance- und Steuerpositionen nennen. Eine als extern klassifizierte Gebühr wird neutralisiert; eine im Portfoliowert enthaltene reduziert die Nettorendite. Dividenden und Kupons im Portfolio gehören zum Total Return. Benchmark und Portfolio benötigen kompatible Basiswährung, Kalender, Bewertungszeitpunkte und FX-Behandlung. Multicurrency-Bewertungen erfordern synchronisierte Kurse.

Der TWR mehrerer Portfolios ist nicht ihr einfacher Durchschnitt. Ein Composite benötigt eine vermögensgewichtete Regel, ein konsistentes Universum, Aufnahmedaten und Angaben zur Streuung. Das verhindert, dass kleine und große Konten zufällig dasselbe Gewicht erhalten oder nur günstige Überlebende rückwirkend aufgenommen werden.

Grenzen und reproduzierbares Protokoll

Stale oder geschätzte Preise, illiquide Instrumente, fehlende Kapitalmaßnahmen und falsch datierte Flüsse kontaminieren die Verkettung. TWR zeigt nicht direkt verdiente Euro, Risiko, Drawdown, Liquidität, Benchmarkqualität oder die Ursachen der Performance. Bei Null- oder negativem Anfangs-NAV, Hebel und Verbindlichkeiten braucht es zusätzliche Regeln.

Ein prüfbarer Datensatz erhält sämtliche Teilperiodenwerte, datierte Cashflows samt Vorzeichen und Währung, Zeitkonvention, Preise, FX, Stückzinsen, Cash, Sicherheiten, Verbindlichkeiten, Gebührenumfang, Verkettungsmethode, Schätzverfahren, Korrekturversionen, kompatiblen Benchmark sowie die Reconciliation von Rendite, P&L und Cashflows. TWR ist ein Wachstumsindex pro Einheit; P&L ist ein Geldbetrag — beides ist nötig, aber nicht identisch.

Typischer Fehler — Eine Einzahlung vom Endwert abzuziehen und durch den Anfangswert zu teilen, obwohl sie mitten in der Periode erfolgte. So bleibt unberücksichtigt, wie lange das neue Kapital exponiert war.

Quellen

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