Einfach gesagt — „Ausgeführt“ bedeutet nicht automatisch „gut ausgeführt“. Nötig sind Referenzpreis und Zeitpunkt, ausgeführter Anteil, Dauer und vollständige Kosten.
Ausführungsqualität beschreibt, wie günstig das reale Ergebnis einer Order im Verhältnis zu Benchmark und Ziel war. Eine einzelne Kennzahl passt nicht zu jeder Absicht: Eine dringende Risikoreduktion priorisiert Geschwindigkeit und Fillwahrscheinlichkeit; eine große, weniger dringende Order kann mehr Zeit akzeptieren, um Kosten und Market Impact zu begrenzen.
Die Analyse ist von Best Execution zu unterscheiden. Ausführungsqualität ist ein Messrahmen. Best Execution ist in den einschlägigen Rechtsordnungen eine Prozess- und Ergebnispflicht unter mehreren Faktoren. Gute Stichprobenstatistik garantiert nicht den besten Ausgang jeder einzelnen Order.
Dimensionen statt einer Gesamtnote
Die Preisdimension vergleicht Fills mit Quote oder Benchmark. Kosten trennen Spread, Gebühren, Slippage und Impact. Geschwindigkeit misst Zeit zwischen Empfang, Ausführbarkeit und Fill. Fillquote ist der ausgeführte Mengenanteil. Wahrscheinlichkeit fragt, wie vergleichbare Orders gefüllt, gelöscht oder offen bleiben. Stabilität prüft, ob Ergebnisse über Instrumente, Uhrzeiten, Größen und Regime Bestand haben.
Eine Venue kann sehr schnell, aber preislich schlechter sein. Eine Limit Order kann einen besseren Fill erzielen, aber teilweise offenbleiben. Qualität ist der zum Ziel passende Kompromiss, nicht die isolierte Maximierung einer Spalte.
Der Benchmark gehört zur Definition
„Gegen den gesehenen Preis“ ist nicht reproduzierbar. Je nach Frage kommen bestes Bid und Ask beim Empfang, Quote-Midpoint, Arrival Price bei Entscheidung oder Systemeingang, Open oder Close eines festgelegten Intervalls, VWAP oder ein protokollierter Signalpreis infrage.
VWAP des Tages beantwortet nicht dieselbe Frage wie das beste Ask bei Eingang einer Market-Kauforder. Feed, Zeitzone und Timestamp-Präzision gehören zum Benchmark. Für einen Kauf lässt sich eine einfache Preisabweichung berechnen:
Kosten je Einheit = gewichteter Fillpreis − Benchmark
Kosten in bps = Kosten je Einheit / Benchmark × 10.000
Für Verkäufe wird das Vorzeichen gedreht. Teilfills werden nach ausgeführter Menge gewichtet; offene Restmenge wird nicht aus der Analyse entfernt.
Effektiver Spread und Price Improvement
SEC Rule 605 standardisiert für ihren US-Aktienperimeter Kennzahlen wie quotierten und effektiven Spread, Preisverbesserung oder -verschlechterung, Geschwindigkeit und ausgeführte Menge. Der effektive Spread vergleicht Fillpreis mit dem Midpoint der Referenzquote unter Berücksichtigung der Orderseite. Price Improvement bedeutet einen gemäß Methodik besseren Fill als die Referenzquote.
Price Improvement ist weder der Tradegewinn noch ein vollständiges Kostenmaß. Rule-605-Definitionen sind methodisch hilfreich, dürfen aber nicht unverändert auf Futures, FX, Krypto oder andere Marktstrukturen übertragen werden.
Mindestdaten für ein Audit
Zu speichern sind Instrument, Seite, Ordergröße und Typ; Entscheidungs-, Empfangs-, Ausführbarkeits-, Ack- und Fill-Zeitstempel; Limit, Stop und TIF; Venue, Broker und Route; synchronisierte Quotes und Benchmark; jeder Fill mit Menge, Preis, Gebühr und Währung; stornierte, abgelehnte oder offene Menge; sowie relevante Marktlage.
Die Ergebnisse werden nach Instrument, Tageszeit, Größe, Venue, Ordertyp und Regime segmentiert. Eine Gesamtdurchschnittszahl kann Probleme bei Eröffnung, News, hoher Size oder einer bestimmten Route verbergen. Verteilungen und Perzentile zeigen instabile Ränder besser.
Die Seite Ausführungslatenz erklärt, weshalb Event- und Empfangszeiten sowie mehrere Systemuhren nicht vermischt werden dürfen.
Grenzen und Gegenfaktum
Der Preis einer nicht gewählten Route ist oft unbeobachtbar. Eine nicht ausgeführte Order besitzt schwer messbare Opportunitätskosten. Slippage, Spread und Impact können bei falscher Benchmarkwahl überlappen. Kleine Stichproben, nicht synchronisierte Zeitstempel und wechselnde Größe schwächen Vergleiche. Eine Korrelation zwischen Latenz und Preisverschlechterung beweist keine alleinige Ursache.
Deshalb sollten Ergebnisse neben Punktschätzungen auch Unsicherheit, Fillquote, Rest und Sensitivität gegenüber Benchmarks zeigen. Ein niedriger Durchschnittswert kann durch Auswahl leichter Orders entstehen.
Typischer Fehler — Broker oder Venues nur nach nominellen Fees oder einem einzelnen Auftrag zu vergleichen. Nötig sind vergleichbare Orders, explizite Benchmarks und tatsächlich ausgeführte Mengen.
Quellen
- SEC — Frequently Asked Questions: Rule 605 of Regulation NMS
- SEC — Disclosure of Order Execution and Routing Practices
- ESMA — MiFID II, Artikel 27: Obligation to execute orders on terms most favourable to the client