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Sharpe Ratio

Mittlere Differenzrendite je Einheit Standardabweichung, abhängig von Benchmark, Frequenz, Fenster und Annualisierungskonvention.

Für wen ist dieser Artikel gedacht? — Für alle, die Rendite und Schwankung vergleichen, ohne Ranglisten aus inkompatiblen Reihen, Benchmarks oder Annualisierungen zu bauen.

Die Sharpe Ratio ist die mittlere Differenzrendite je Einheit ihrer Standardabweichung. William F. Sharpe nannte die ursprüngliche Kennzahl reward-to-variability ratio und formulierte sie später allgemein als Differenz zwischen Fonds und relevanter Referenz:

Dₜ = Rₚ,ₜ − Rᵦ,ₜ;   SR = Mittel(Dₜ) / sd(Dₜ)

Ist der Benchmark ein währungs- und laufzeitkonsistenter risikofreier Satz, heißt der Zähler häufig Überschussrendite. Bei einem riskanten Index ist es eine Differenzrendite und muss entsprechend bezeichnet werden.

Sharpe Ratio: Überschussrendite je Volatilitätseinheit Zähler und Nenner müssen Frequenz, Zeitraum und Konventionen teilen Sharpe Ratio: Überschussrendite je Volatilitätseinheit Zähler und Nenner müssen Frequenz, Zeitraum und Konventionen teilen SR = mean(rₚ − r_f) / sd(rₚ − r_f) Überschussrendite Portfoliorendite abzüglicheines zur Periode passendenrisikofreien Satzes. Volatilität Standardabweichung derselbenbeobachtetenÜberschussrenditen. Annualisierung Die Skalierung hängt vonAnnahmen über Reihe undtatsächliche Frequenz ab. Interpretation Keine universelle Schwelleersetzt Verteilung, Stichprobeund Vergleich. Cyclepedia · Lehrgrafik: Konventionen, Zeitraum und Daten angeben
Eine Zahl komprimiert Mittelwert und Streuung; Benchmark, Stichprobe und Verteilungsform bleiben für die Interpretation nötig.

Ex ante, ex post und Annualisierung

Ex ante verwendet erwartete Rendite und Risiko, ex post beobachtete Mittel und Standardabweichung. Letzteres ist eine Vergangenheitsstichprobe, keine Prognose. Zu dokumentieren sind Zeitraum, Beobachtungszahl, Frequenz, Kalender, Währung, Price/Total Return, Kosten, Benchmark, Stichprobenkonvention, Annualisierung und live, simulierte oder Composite-Reihe.

Häufig wird gerechnet:

SR_jährlich ≈ SR_Periode × √m

Die Skalierung setzt eine passende Entwicklung von Mittel und Varianz voraus. Autokorrelation, Smoothing, überlappende Renditen und wechselnde Volatilität können √12, √252 oder √365 verzerren. Andrew Lo zeigt die Abhängigkeit von serieller Korrelation. Höhere Frequenz ist nicht automatisch informativer, besonders bei stale Preisen und illiquiden Strategien.

Keine universellen Schwellen

Regeln wie „unter 1 schlecht, über 2 ausgezeichnet“ ignorieren Anlageklasse, Benchmark, Fenster, Hebel, Liquidität, Kosten, Auswahlbias, getestete Strategien, Schiefe, Tail-Risiko und Schätzunsicherheit. Ein hoher Wert kann aus kurzem Sample, Glättung oder häufigen kleinen Gewinnen bei seltenem Großverlust entstehen. Ein negativer Wert erschwert zudem die übliche Hebelintuition. Die Kennzahl ist eine Koordinate, keine universelle Note.

Kennzahl Zähler Nenner
Sharpe mittlere Differenzrendite Standardabweichung derselben Reihe
Sortino Mittel über Ziel Downside Deviation zum Ziel
Information Ratio aktive Durchschnittsrendite Tracking Error

Beispiel und Grenzen

Bei monatlicher mittlerer Differenzrendite von 0,40 % und Stichproben-Standardabweichung von 2 % gilt:

SR_monatlich = 0,40 / 2 = 0,20

Unter Wurzel-Zeit-Annahmen ist SR_jährlich ≈ 0,20 × √12 ≈ 0,693. Das Beispiel legt keine Güteschwelle fest. Sharpe ist outlierempfindlich, behandelt positive und negative Abweichungen symmetrisch, kann linke Tails verbergen, korrigiert Data Snooping und Survivorship Bias nicht und misst weder Kapazität, Liquidität noch Drawdown. Bei Standardabweichung null ist er undefiniert. Auswahl aus vielen Backtests verlangt Versucheregister, Out-of-Sample-Daten, Kosten und Unsicherheitsintervalle.

Diagnose hinter dem Quotienten

Zwei identische Sharpe Ratios können aus einem hohen Mittelwert bei hoher Streuung oder einem kleinen Mittelwert bei kleiner Streuung entstehen. Deshalb sollten Zähler und Nenner separat berichtet werden. Ebenso wichtig sind Verteilungsquantile, Schiefe, größte Verluste und der Zeitpfad. Eine Strategie, die Optionsprämien vereinnahmt, kann bis zum Eintritt eines seltenen Verlusts eine glatte Historie besitzen; der Quotient allein erkennt das nicht.

Bei zeitvariablem risikofreiem Satz wird für jede Periode eine kompatible Differenz gebildet. Die Verwendung eines heutigen Satzes für die gesamte Historie oder eines Satzes in anderer Währung verändert die gemessene Reihe. Für gehebelte Portfolios müssen Finanzierung, Margin und nichtlineare Kosten in derselben Nettobasis enthalten sein. Ein robuster Vergleich zeigt daher auch Subperioden, live gegenüber simuliert und die Sensitivität gegenüber berechtigten Datenkonventionen — ohne das günstigste Ergebnis herauszugreifen. Zähler, Nenner und Beobachtungszahl gehören in jede kompakte Ergebnisdarstellung.

Negative Werte und Skalierung

Bei negativem Zähler ist die verbreitete Intuition „höherer Hebel verbessert die Ratio nicht“ vorsichtig anzuwenden. Finanzierungskosten, nichtlineare Gebühren und wechselnde Marginbedingungen sorgen dafür, dass Rendite und Volatilität nicht proportional skalieren. Selbst im idealisierten linearen Fall kann eine Änderung des Benchmarks oder risikofreien Satzes das Vorzeichen verändern. Rangfolgen negativer Sharpe Ratios sollten deshalb nicht ohne die zugrunde liegenden Mittelwerte und Risiken interpretiert werden.

Auch eine statistische Korrektur macht die Ratio nicht zur Nutzenfunktion eines Anlegers. Sie kennt weder konkrete Verbindlichkeiten noch Verlusttoleranz, Liquiditätsbedarf oder den Zeitpunkt von Cashflows. Für eine Auswahlentscheidung gehören Mandat, Pfadmaße und Szenarien neben die historische risikoadjustierte Kennzahl.

Typischer Fehler — Sharpe aus CAGR und Maximum Drawdown abzuleiten. Sein Nenner ist die Standardabweichung der periodischen Differenzrendite; Drawdown und Volatilität sind verschiedene Eigenschaften.

Quellen

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