Einfach gesagt — Ein Market Maker nennt Preise, zu denen er kaufen und verkaufen will. Trifft eine andere Order seinen Quote, kann er zur Gegenpartei werden. Verfügbarkeit und Menge hängen von Marktregeln, Instrument und aktueller Lage ab.
Ein Market Maker ist ein Unternehmen, das sich bereit erklärt, ein Instrument zu quotierten Preisen zu kaufen oder zu verkaufen. In manchen Märkten ist es registriert oder bestimmt und erfüllt Quote-Pflichten aus dem Rulebook. In anderen stellt ein Teilnehmer Liquidität bereit, ohne denselben formalen Status zu besitzen.
Die Bezeichnung gilt stets für einen konkreten Perimeter. Ein Unternehmen kann Market Making in einigen Aktien oder Kontrakten betreiben und in anderen nicht. Es ist kein universeller Garant für Liquidität: Size, Spread und Kontinuität können sich ändern, und Pflichten unterscheiden sich zwischen Venues.
Bid, Ask und quotierte Menge
Der Market Maker kann ein Bid veröffentlichen, zu dem er kaufen will, und ein Ask oder Offer, zu dem er verkaufen will. Zu beiden Preisen gehört eine Menge. Die Differenz ist der Bid-Ask-Spread.
Ein Quote ist nur für die angezeigte Menge und unter den Zugangs- und Handelsregeln verfügbar. Er verspricht nicht, jede beliebig große Order vollständig zu diesem Preis auszuführen. Eine aggressive Order kann den Quote des Market Makers oder den eines anderen Teilnehmers treffen. Auch ein normaler Investor kann mit einer passiven Limit Order Liquidität bereitstellen, ohne Market Maker zu sein.
Market Maker, Maker und Liquidity Provider
Die Begriffe liegen auf verschiedenen Ebenen. Market Maker bezeichnet ein Unternehmen und möglicherweise einen regulierten Status. Maker bezeichnet gewöhnlich eine Order, die im Book ruht und nach der Gebührenklassifikation Liquidität hinzufügt. Taker ist eine Order, die vorhandene Liquidität entnimmt. Liquidity Provider ist ein weiter Ausdruck und beweist allein keinen rechtlichen Status.
Ein Market Maker kann eine aggressive Order senden und damit Taker sein. Eine Limit Order kann sofort marketable sein und Liquidität entnehmen. Deshalb sind „Limit gleich Maker“ und „Market Order gleich Market Maker“ falsche Gleichsetzungen.
Woraus das wirtschaftliche Ergebnis entsteht
Der Spread kann einen Ertragsbestandteil bilden, ist aber keine sichere Rente. Zum Ergebnis gehören möglicherweise der Abstand zwischen Käufen und Verkäufen, Gebühren, Rebates oder Venue-Anreize, Wertänderungen des gehaltenen Inventars, Hedge-Kosten auf anderen Instrumenten oder Venues sowie Kapital-, Daten- und Technologiekosten.
Ein zentrales Risiko ist adverse selection: Andere Teilnehmer handeln gegen einen Quote, bevor er an neue Information angepasst werden kann. Der Market Maker ist daher nicht automatisch marktneutral. Zwischen Ausführung und Hedge hält er eine Exponierung und muss Inventar, Volatilität, Konzentration und das mögliche Verschwinden von Liquidität steuern.
Auch ein nominell symmetrisches Quote-Paar garantiert keinen ausgeglichenen Flow. Wird nur eine Seite wiederholt getroffen, wächst das Inventar in eine Richtung. Der Market Maker kann Preise, Mengen oder Hedge anpassen, soweit Pflichten und Rulebook dies erlauben.
Bedeutung für eine Kundenorder
Market Maker können zu kontinuierlicheren Quotes, mehr Tiefe und geringeren Suchkosten für die Gegenpartei beitragen. Das tatsächliche Ergebnis hängt von Menge am Quote, Queue-Priorität im Orderbuch, weiteren Venues oder Internalisierern im Broker-Routing, Aktualisierungsgeschwindigkeit und Marktlage ab.
Im US-Aktienmarkt kann ein Broker an Exchange, Market Maker oder elektronisches Netz routen oder internalisieren. In Europa hängen Kategorien und Pflichten von MiFID II sowie dem Status von Unternehmen und Venue ab. Diese Beispiele sind keine universelle Beschreibung aller Märkte, insbesondere nicht jeder Krypto-Plattform.
Keine einfache Geschichte über „Stop-Jagd“
Eine Bewegung in einen Bereich mit vielen vermuteten Orders beweist nicht, dass ein Market Maker einen bestimmten Stop „gejagt“ hat. Das sichtbare Book zeigt nicht zwingend konditionale Orders, verborgene Menge, andere Venues oder Absichten. Für eine Manipulationsbehauptung braucht es Daten, Ereignisse und den regulatorischen Perimeter; eine einzelne Kerzenform genügt nicht.
Typischer Fehler — Jeden Liquidity Provider für einen registrierten Market Maker zu halten oder anzunehmen, er verdiene automatisch, wenn ein Kunde verliert. Rolle, Gegenpartei, Routing und Geschäftsmodell müssen getrennt geprüft werden.
Quellen
- SEC, Investor.gov — Market Makers
- SEC, Investor.gov — Executing an Order
- ESMA — MiFID II, Artikel 4: Definitions