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Backtest

Historische Simulation einer Strategie mit Point-in-time-Daten, kausalen Regeln, realistischer Ausführung und Bias-Kontrolle vor jeder Schlussfolgerung.

Für wen dieser Artikel gedacht ist — Für alle, die eine Handelsidee in eine kontrollierbare Simulation überführen und das damals Wiss- und Handelbare von nur rückblickend Sichtbarem trennen möchten.

Ein Backtest wendet eine vollständige Spezifikation von Signalen, Portfolio, Orders, Kosten und Restriktionen auf historische Daten an. Er erzeugt ein kontrafaktisches Ergebnis: was nach diesem Modell geschehen wäre, wenn die Regeln im beobachteten Zeitraum ausgeführt worden wären. Er ist kein realer Track Record, beweist keine Kausalität und garantiert keine Ähnlichkeit zwischen zukünftiger und vergangener Verteilung.

Jede Aussage bleibt bedingt durch Stichprobe, Spezifikation, Daten und operative Annahmen. Strategie und Simulator sind zu trennen: Die Strategie bestimmt, wann Risiko übernommen wird; der Simulator übersetzt die Entscheidung in Positionen und Renditen. Ein plausibles Signal kann durch Timestamp-Fehler, nicht handelbare Preise oder ausgelassene Kosten hervorragend aussehen.

Backtest-Engine: Ereignisse und BuchhaltungDie Endkurve entsteht aus einer prüfbaren Folge von Zuständen. Illustratives Event-driven-Schema; Frequenz, Priorität und Accounting müssen dokumentiert werden.Backtest-Engine: Ereignisse und BuchhaltungDie Endkurve entsteht aus einer prüfbaren Folge von ZuständenIllustratives Event-driven-Schema; Frequenz, Priorität und Accounting müssen dokumentiert werden.1Uhr und EreignisseOrdnet Daten, CorporateActions, Signale, Orders undSettlement.2Daten-SnapshotZeigt der Engine nur, was indiesem Augenblick verfügbarist.3StrategiezustandPositionen, Cash, Margin undVariablen bleiben zwischenEreignissen erhalten.4OrdersimulatorWendet offengelegte Latenz,Gültigkeit, Liquidität undFillregeln an.5LedgerErfasst Mengen, Preise,Kosten, Flüsse, Bewertungenund Abstimmungen.6DiagnostikKennzahlen und Logsermöglichen Ergebnis- undFehlerattribution.Cyclepedia · bedingtes Lehrdiagramm, weder Prognose noch Versprechen
Das historische Ergebnis ist das letzte Glied einer Kette aus Daten, Ereignisuhr, Entscheidung, Ausführung, Kosten und Messung.

Was ein Backtest spezifizieren muss

Ebene Prüfbare Frage Verhinderter Fehler
Daten Welcher Wert war zu diesem Zeitpunkt verfügbar? Look-ahead, Revisionen, Survivorship Bias
Signal Mit welchen Variablen, Verzögerungen und Parametern wird entschieden? nach dem Ergebnis rekonstruierte Regeln
Portfolio Wie werden Signale zu Gewichten, Größe und Limits? impliziter Hebel oder Konzentration
Ausführung Wann und zu welchem Preis kann die Order gefüllt werden? unmöglicher Fill in derselben Kerze
Ökonomik Welche Kosten, Funding-, Borrow- und Kapitalmaßnahmen gelten? Bruttoergebnis als realisierbare Performance
Beurteilung Welche Metriken, Benchmarks und Tests wurden vorher gewählt? nachträgliche Auswahl der günstigsten Lesart

Daten müssen point-in-time sein, wenn ihre Geschichte veränderlich ist. Dazu gehören Indexzusammensetzung, delistete Titel, Fundamental- und Makrodaten mit Veröffentlichungszeitpunkten sowie Unternehmensklassifikationen. Ticker aufgelöster Unternehmen einzubeziehen genügt nicht, wenn Delisting-Renditen, historische Mitgliedschaften oder Kapitalmaßnahmen fehlen.


Kausalität: wissen, entscheiden, ausführen

Jedes Ereignis besitzt mindestens einen Verfügbarkeits- und einen Handlungszeitpunkt. Fließt der Schluss einer Kerze in das Signal ein, verlangt ein Fill zu demselben Schluss eine glaubhafte Auktions-, Berechnungs- und Übermittlungsmechanik. Andernfalls gehört der erste nutzbare Preis zu einem späteren Ereignis. Für Meldungen, Konjunktur- und Fundamentaldaten ist das Veröffentlichungsdatum maßgeblich, nicht nur die Wirtschaftsperiode.

Futures, Optionen, Bonds sowie Short- oder Hebelinstrumente benötigen außerdem konsistente Regeln für Fälligkeit, Roll, Multiplikator, Margin, Ausübung, Zuteilung, Borrow, Collateral und Cash-Rendite. Ein einziges Fill-Modell passt nicht zu allen Anlageklassen.


Reproduzierbares Mindestprotokoll

  1. Hypothese, Universum, Frequenz, Zeitraum, Benchmark und Entscheidungskriterium festlegen.
  2. Signale, Parameter, Sizing, Restriktionen, Daten und Kalender versionieren; alle Versuche registrieren.
  3. Verfügbarkeit, Entscheidung, Übermittlung, Stornierung und Fill zeitlich ordnen.
  4. Kapital-, Hebel-, Liquiditäts-, Turnover- und Konzentrationslimits kausal anwenden.
  5. Spread, Gebühren, Slippage, Impact, Partial Fills, Funding und Opportunitätskosten modellieren.
  6. Nettoertrag, Risiko, Drawdown, Turnover, Exposure, Kapazität und Unsicherheit ohne nachträgliche Auswahl berichten.
  7. Zeitlich ungenutzte Daten reservieren und Abhängigkeit, überlappende Labels, Refit und finalen Test definieren.
  8. Code, Konfiguration, Abhängigkeiten, Seeds, Daten-Snapshot oder Hash und Outputs archivieren.

Kosten und Referenzpreise

Gebühren und Spread sind nur ein Teil. Je nach Perimeter gehören Market Impact, verfügbare Menge, Verzögerung, Non-fill, Funding, Wertpapierleihe, Währungsumrechnung und relevante Steuern dazu. Implementation Shortfall vergleicht Ausführung und Absicht zum Entscheidungszeitpunkt und kann auch den nicht ausgeführten Teil umfassen; er ist keine pauschale Gebühr am Ende.

Soweit Daten es erlauben, hängt das Kostenmodell von Seite, Größe, Liquidität, Volatilität, Handelsplatz und Ordertyp ab. Ein strengeres Kostenszenario ist informativ, repariert aber weder kontaminierte Daten noch unmögliche Fills.


Veranschaulichendes Beispiel

Eine Tagesregel berechnet das Signal nach dem Schluss. Das Protokoll verwendet historische Indexmitglieder, sendet die Order erst in der nächsten Sitzung, begrenzt die Volumenbeteiligung und berechnet Spread, Gebühren und mit der Größe steigenden Impact. Nettometriken werden mit einem Total-Return-Benchmark in derselben Währung verglichen. Werden zwölf Lookback-Varianten getestet, gehören alle zwölf in das Versuchsregister; die Gewinnerin darf nicht als ursprüngliche Einzelhypothese erscheinen.

Das Beispiel legt keine für jeden Markt richtigen Verzögerungen oder Kosten fest. Es zeigt, welche Annahmen anfechtbar und neu berechenbar sein müssen.


Ergebnis lesen und Grenzen erkennen

Ein belastbarer Bericht trennt außerdem Fehler des Signals von Fehlern der Simulation. Verschwindet das Ergebnis durch den ersten ausführbaren Preis, weist das auf Timing oder Fillmodell; verschwindet es nach Rekonstruktion des historischen Universums, lag die Schwäche in der Datenauswahl. Diese Diagnose ist informativer als eine bloße Einteilung in profitabel oder unprofitabel und bestimmt, welcher Teil der Pipeline neu geprüft werden muss.

Eine steigende Kurve ist keine Validierung. Zu prüfen sind Konzentration auf wenige Ereignisse, Reaktion auf plausible Perturbationen, Überleben nach Kosten, ex ante gewählter Benchmark und Präzision unter der tatsächlichen Abhängigkeit der Beobachtungen. Die Zahl der Trades ist nicht automatisch die Zahl unabhängiger Informationen.

Ein Backtest ist als Falsifikations- und Diagnosewerkzeug nützlicher denn als punktgenaue Prognosemaschine. Ein positives Ergebnis führt zu Robustheits-, Out-of-sample- und Forward-Prüfungen, nicht zu Gewissheit. Grenzen bleiben neue Regime und Mikrostrukturen, unbekannter Slippage bei größerer Size, Modellselektion und die Tatsache, dass Reproduzierbarkeit keine unabhängige Replikation ist. Monte Carlo oder Stress beseitigen weder Leakage noch Survivorship Bias oder Data Snooping.


Quellen

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